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LOVE-Storm - Gemeinsam gegen Hass im Netz

Kontaktdaten

Bund für Soziale Verteidigung e. V. (BSV)
Schwarzer Weg 8
82423 Minden
Tel: 0571 294 56
info(at)soziale-verteidigung.de


Projektziele

Kernziel von „LOVE-Storm: Gemeinsam gegen Hass im Netz“ ist es, eine breite Bewegung der Gegenrede und Zivilcourage gegen Hass im Netz aufzubauen und damit die Debattenkultur nachhaltig zu verändern. Juristische Mittel und das Sperren von Kommentaren durch Plattformbetreiberinnen und -betreiber sind nur für einen Teil der Hassvorfälle möglich und wirken nur im Einzelfall. Mit digitaler Zivilcourage hingegen wird Angreiferinnen und -angreifern sowie Zuschauenden gezeigt, dass menschenfeindliche Äußerungen gesellschaftlich nicht toleriert werden. Durch eine massenhafte aktive Verteidigung einer demokratischen Debattenkultur im Netz soll Hass die Bühne entzogen werden.

Love-Storm soll Aktive, Communities, Initiativen und Bildungseinrichtungen befähigen, Online-Hassrede effektiv zu stoppen. Das Projekt stellt dafür die Infrastruktur bereit, die unterschiedliche Zielgruppen und bereits bestehende Initiativen gegen Hass im Netz für ihr Engagement nutzen können.

Das Projektteam entwickelt und erprobt außerdem passgenaue Angebote für Trainerinnen und Trainer im Bereich politische Bildung, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Lehrerinnen und Lehrer, damit diese LOVE-Storm unkompliziert in ihre Arbeit integrieren können.


Handlungskonzept

Um diese Ziele zu erreichen, entwickelt LOVE-Storm eine Trainings- und Aktionsplattform, die folgende Funktionen hat:

  • Erstens lernen und trainieren Interessierte mittels eines interaktiven Online-Rollenspiels, wie sie Hass effektiv stoppen können. Dabei geht es darum, Angreifenden gewaltfrei Grenzen zu setzen, Angegriffene zu schützen und Zuschauende zu mobilisieren.
  • Die zweite zentrale Funktion der Plattform ist die Alarmfunktion: Angegriffene sowie Webmoderatorinnen und -moderatoren sowie Mitglieder in Foren können Hassvorfälle über ein Meldeformular unkompliziert mitteilen und erhalten Unterstützung.
  • Drittens sind Aktive über die Plattform vernetzt und werden bei Hassvorfällen benachrichtigt. Haben sich mindestens fünf Aktive zurückgemeldet, bearbeiten sie als kleines Team den Hassvorfall.

Die LOVE-Storm-Plattform verbindet mehrere Elemente von Online-Training, E-Learning, Online-Activism, Community Organizing und Gaming zu einer umfassenden und einzigartigen Infrastruktur für Zivilcourage im Netz.

Wichtige Neuerungen, die LOVE-Storm bietet, sind unter anderem:

  • die nachhaltige Mobilisierung und Organisation der Zivilgesellschaft,
  • niedrigschwellige und kollektiv-reflektierende Lernprozesse,
  • die zeitliche Anpassung des Trainings an das Userinnen- und User-Verhalten im Netz,
  • die gemeinsame Weiterentwicklung des Wissens und der Strategien
  • Selbstorganisation und Verantwortungsübernahme durch Arbeitsgruppen, Beratungen und Abstimmungen.

Bis zum Start der Plattform baut das Projektteam Datenbanken von zukünftigen Aktiven sowie Unterstützerinnen und Unterstützern auf. Außerdem ist LOVE-Storm eng mit Partnerinnen und Partnern verbunden, die auch zu Online-Hass arbeiten: Das sind derzeit #ich bin hier, das Roma Zentrum Göttingen, das NETTZ, No-Hate-Speech-Movement (NHSM) und das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus.

Damit LOVE-Storm auch von anderen Ansätzen lernt und seinen Ansatz vorstellen kann, wird es eine Reihe von Workshops auf Fachkonferenzen im Frühjahr und Frühsommer 2018 geben. Die zweite Phase der Projektentwicklung ab Oktober 2018 zielt dann darauf, die Bildungsangebote auf der Plattform auszubauen und begleitende Materialien (Handbuch, Poster etc.) zu schaffen.