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180 Grad Wende "R"

Kontaktdaten

Jugendbildungs- und Sozialwerk Goethe e. V.
Buchforst Str. 113
51103 Köln
Tel: 0221 16832209
Leitung(at)projekt180gradwende.de
www.180gradwende.de


Themenbereich

Islamistische Orientierungen und Handlungen


Projektziele

Mit „180 Grad Wende R“ ist eine Initiative in Köln entstanden, welche als Frühwarnsystem für junge Menschen in persönlichen Krisensituationen, aus denen sich Radikalisierungsprozesse ergeben können, fungiert. Gerade junge Menschen, die Hilfsangebote von Behörden, Institutionen, Beratungsstellen nicht in Anspruch nehmen, will „180 Grad Wende R“ mit seinem “peer to peer” Ansatz erreichen und ihnen Hilfestellung in unterschiedlichen Lebenslagen bieten.

Das Netzwerk besteht aus Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Coaches, die einen Gegenentwurf zu falschen Vorbildern im Stadtviertel bilden. Hass und Menschenfeindlichkeit setzen Akteure der „180 Grad Wende R“ an Schulen, in ihren Stadtvierteln und in Vereinen ein deutliches Bekenntnis zum friedlichen Miteinander entgegen. Hauptziel ist es, Ursachen von Radikalisierung, Kriminalität und sozialer Isolation im Frühstadium zu unterbinden. Durch die breite Vernetzung mit bereits vorhandenen Angeboten der präventiven und sozialen Jugendarbeit wird die Basis für effektivere und frühzeitige Hilfe für Jugendliche geschaffen. Insofern ist „180 Grad Wende R“ ein Zusatzangebot zu den vorhandenen Regelstrukturen und verknüpft Angebot und Nachfrage. Die gewonnen Erkenntnisse sollen als Basis für eine deutschland- bzw. europaweite Umsetzung der Grundidee, angepasst an den örtlichen Gegebenheiten, dienen.


Handlungskonzept

Die Modellhaftigkeit des Projekts liegt im “peer to peer” Ansatz: Junge Menschen werden selbst aktiv, übernehmen Verantwortung für ihr Umfeld und gestalten ihre Stadt mit. Durch die aktive Mitwirkung an für sie konzipierten Angeboten helfen sie Gleichaltrigen und erlernen selbst Fähigkeiten, die ihnen bei der Bewältigung von Herausforderungen im eigenen Leben zugutekommen. In einer für sie konzipierten Ausbildung, an der u. a. Akteure aus Politik und Wirtschaft sowie der Polizei mitwirken, werden junge Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die Probleme ihrer jungen Altersgenossen sensibilisiert und für aktive Zivilcourage und Hilfe aktiviert.

Um sicherzustellen, dass die Hilfs- und Beratungsangebote die Mehrheit der Jugendlichen erreichen, wird eine große Anzahl an jungen, erfolgreichen und fest im Gemeinschaftsleben verankerten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den verschiedenen Stadtvierteln eingesetzt. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Coaches verfügen zudem über einen breiten Erfahrungsschatz und weisen verschiedene kulturelle Hintergründe und/oder fundierte Kenntnisse hierzu auf, womit auch Jugendliche erreicht werden, die aufgrund individueller Hemmnisse nie oder erst sehr spät u. a. institutionelle Angebote für ihre Probleme wahrnehmen.

Das Kölner Netzwerk wird stetig aktiviert und professionalisiert u. a. durch regelmäßige Netzwerk- und Schulungstreffen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Coaches sowie Mentoren und die Akquirierung neuer Mitglieder sowie den Aufbau einer Beratungs- und Geschäftsstelle.

2016 soll dieses bestehende Netzwerk weiter ausgebaut und verfeinert werden. Hierzu zählt die Vorbereitung der schrittweisen Umsetzung der Initiative in NRW und Einladung erster Interessenten, die eine Umsetzung von „180 Grad Wende R“ in ihren Kommunen realisieren möchten.

Kooperationspartner der ersten Stunde sind die Stadt und Polizei Köln. Auch andere Institutionen können sich in kritischen Fällen Rat einholen. Ihnen bietet das Projekt beispielsweise Schulungen an. Eine starke Anbindung an das Regelsystem soll damit auch gewährleistet werden. Angedacht ist hierbei weitere Kooperationen mit Jugendzentren, Moscheen und Schulen anzubahnen, denen das extremistische Phänomen unter jungen Musliminnen und Muslimen große Sorge bereitet.