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Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit

Kontaktdaten

Amadeu Antonio Stiftung
Novalisstraße 12
10115 Berlin
Tel: 030 240 886 24
info(at)amadeu-antonio-stiftung.de
https://www.amadeu-antonio-stiftung.de


Themenfeld

Aktuelle Formen des Antisemitismus


Projektziele

Im Fokus der Arbeit der Praxisstelle steht die bisher in der pädagogischen Praxis und in fachlichen Diskursen wenig beachtete Verwobenheit und Wechselwirkung von „Antisemitismen “ (z.B. sekundär oder israelbezogen) und „Rassismen“   (z.B. antimuslimisch oder gegen Geflüchtete). Die Praxisstelle berät und begleitet Einrichtungen der Jugendarbeit sowie Akteurinnen und Akteure aus Bildungspolitik und -verwaltung, um verschiedene Formen von Antisemitismus und Rassismus präventiv und nachhaltig bearbeiten zu können. Wesentliche Ziele sind dabei die Erhöhung der Handlungssicherheit von Pädagoginnen und Pädagogen, die Sensibilisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen und die Stärkung von Fachkräften und Jugendlichen mit eigenen rassistischen und/oder antisemitischen Diskriminierungserfahrungen (Empowerment).

Gemeinsam mit Fachkräften der (politischen) Jugendbildungsarbeit, Bildungsträgern und -verwaltungen – mit einem Schwerpunkt auf Berlin und Niedersachsen – werden fachliche Standards für eine antisemitismus- und rassismuskritische Bildungsarbeit erarbeitet. Das Ziel ist eine Verankerung des Themenfelds als Querschnittsaufgabe in der Jugendarbeit. Dabei wird die Implementierung wirksamer pädagogischer Gegenstrategien auf struktureller, institutioneller und administrativer Ebene sowie auch auf inhaltlicher, methodisch-didaktischer und qualitativer Ebene umgesetzt. Das Handlungsfeld aktueller Antisemitismus soll zum expliziten Bestandteil des Qualitätsmanagement der Offenen Jugendarbeit werden.


Handlungskonzept

Das Projekt identifiziert und entwickelt Konzepte, Ansätze und Instrumente für die antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit und vernetzt engagierte Akteurinnen und Akteure aus Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung, um gemeinsam gegen diese menschenfeindlichen Ideologien aktiv zu werden. Dabei ist ein differenziertes Wahrnehmen unterschiedlicher Erscheinungsformen von Antisemitismus und Rassismus, sowie ihre verschiedenen Funktionen für eine heterogene Zielgruppe handlungsleitend.

Die Praxisstelle »ju:an« bietet Beratung und Konzepte, in denen Antisemitismus und Rassismus zusammengedacht und bearbeitet werden:

Die erste Projektphase fokussiert auf verschiedene Tools von Öffentlichkeitsarbeit, um eine Sensibilisierung von Fachkräften und Jugendlichen für das Themenfeld zu erreichen und gleichzeitig die Motivation zu fördern, sich auseinanderzusetzen. Erweiterte Bedarfserhebungen und -analysen durch Umfragen und Interviews bilden dazu den Bedarf und das Problemfeld in der Jugendarbeit ab und sind Grundlage pädagogischer Handreichungen, sowie praxisnaher, nach aktuellen Bedarfen ausgerichteter Qualifizierungsangebote für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.
Beratung, Coaching, Fortbildung und Sensibilisierung von Pädagoginnen und Pädagogen sowie Fachkräften der (offenen) Jugendarbeit zur (medien)pädagogischen Bearbeitung von Antisemitismus und Rassismus sowie die Beratung und Begleitung von Bildungsangeboten zu Empowerment für Pädagoginnen und Pädagogen sowie Jugendliche mit eigenen antisemitischen und/oder rassistischen Diskriminierungserfahrungen sind ein weiteres wichtiges Modul der Projektphase. Hinzu kommen Kooperations- und Fachveranstaltungen mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren zu aktuellen pädagogischen Herausforderungen im Themenfeld.

Schwerpunkte der letzten Projektphase sind der Aufbau regionaler Praxiswerkstätten und Beratung von Gremien der Jugendarbeit, um nachhaltig wirksame Strukturen zu implementieren sowie der Aufbau (über-)regionaler Fachnetzwerke an der Schnittstelle zwischen Praxis und Wissenschaft, um den fachlichen Diskurs voranzubringen. In der letzten Projektphase werden in aufgebauten Netzwerken und mit Partnerinnen und Partnern von Bildungseinrichtungen fachliche Standards entwickelt und in kommunale/lokale Einrichtungen der Jugendarbeit überführt. Antisemitismus- und rassismuskritische Perspektiven werden als Querschnittsthema in der Jugendarbeit verankert, um sie für alle Beteiligten verbindlich zu machen.