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ROMARESPEKT - Lokalrecherchen & Empowerment

Kontaktdaten

Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e. V.
Kraftwerk Mitte 32 - Trafohalle
01067 Dresden
Tel: 0351 85075130
info(at)weiterdenken.de
http://www.weiterdenken.de/de/projektbeschreibung-romarespekt


Themenfeld

Antiziganismus


Projektziele

Das Modellprojekt arbeitet mit und in Solidarität mit Roma und Romnja gegen Rassismus in der Mehrheitsgesellschaft und unterstützt ihre Selbstorganisierung in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mittelpunkt der Arbeit ist die historisch-politische (außer)-schulische Jugendarbeit zu Antiromaismus. Das Projekt dient der gesellschaftlichen Vielfalt und setzt starke (Eigen-)Bilder gegen rassistische Stereotype. Durch Forschung, politische Bildung und das Radioprogramm „ROMARESPEKT“ wird historisches und gegenwärtiges Wissen, Meinung und Haltung zu Vergangenheit und Gegenwart hörbar gemacht.

Roma und Romnja arbeiten im Projekt als selbstbestimmte und aktive Individuen, mit ihren Entwürfen und Selbstbildern durchbrechen sie stereotype Opferzuschreibungen. Die historischen Recherchen dienen der politischen Bildung und führen zu Sensibilisierung und einem egalitären Miteinander. Der Wissenschafts-Praxis-Austausch dient der Ausbildung und Sensibilisierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für politische Bildungsarbeit, Reflexion antiromaistischer Stereotype und der Menschenrechtsschulung.

Die entwickelten Methoden im Bereich Antiromaismus werden anschließend zu einem wichtigen Pfeiler der menschenrechtsorientierten historisch-politischen Bildungsarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe verstetigt. Erstmalig werden Methoden zu Antiromaismus für Studierende der Sozialarbeit und Pädagogik universitär gelehrt, erprobt und in einer Handreichung für die Zukunft in der Praxis nutzbar gemacht.


Handlungskonzept

Da die Geschichte und Gegenwart von Sintize und Sinti sowie Roma und Romnja in Sachsen und Sachsen-Anhalt nahezu unerforscht ist, werden zunächst lokalhistorische Recherchen durchgeführt und die Ergebnisse in einem Sammelband veröffentlicht. Dem Kennenlernen und Bilden der Akteurinnen und Akteure in diesem Feld dient die Herbstschule „Neighbours in the hood“. Anschließend wird Kooperation mit der TU Dresden und dem Zentrum für inklusive politische Bildung historisch-politische Bildungsarbeit mit Jugendgruppen zu historischen Aspekten von Leben und Verfolgung von Sintize und Sinti sowie Roma und Romnja angeboten.

Während der Laufzeit des Projekts wird es eine monatliche Radiosendung bei coloradio Dresden und Radio Corax gesendet, in der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Aktivistinnen und Aktivisten, Künstlerinnen und Künstler zu Wort kommen und Interviews mit Zeitzeugen durchgeführt werden. Außerdem finden im Rahmen des Modellprojekts  Fachtagungen und Fachworkshops, Weiterbildungen, Gedenkstättenfahrten statt. Im Modell-Seminar im Fach „Didaktik und Inklusion“ zu Antiromaismus für Lehramtsstudentinnen  und –studenten aller Fächer sollen die Projektergebnisse verstetigt werden.

Zum Abschluss des Projekts wird eine internationale Tagung zu Antiromaismus in der Bildungsarbeit, Bildungsarbeit mit Jugendlichen und ihrem Umfeld (Eltern, Großeltern, Vereine, ...) und zum Abbau von antiromaistischen Vorurteilen in kooperativem Lernen ausgerichtet. Eine Publikation als pädagogischen Handreichung für politische Bildung zum Umgang mit und Abbau von Antiromaismus fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen. Eine Zukunftswerkstatt zur Gedenkkultur des Porajmos gibt Impulse für die Zeit nach dem Modellprojekt.