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Den Menschen im Blick - souverän im Alltag und professionell im Ernstfall

Kontaktdaten

Geschwister-Scholl Institut für Politikwissenschaften (GSI) der Ludwig-Maximilians-Universität in München
Oettingenstraße 67
80538 München
Tel: 089 21809088
britta.schellenberg(at)lrz.uni-muenchen.de
https://www.den-menschen-im-blick.de



Themenfeld

Rassismus und rassistische Diskriminierung


Projektziele

Das Projekt reagiert auf den gewachsenen Bedarf in vielen Institutionen, Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu finden, Menschen vor Diskriminierung zu schützen und menschenfeindlichen Orientierungen zu entgegnen.

Ziel ist es, Grundlagen und praktische Materialien dafür zu schaffen, Führungskräfte und Mitarbeitende von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen zu befähigen, souverän und professionell mit allen Menschen (z.B. Beschäftigte, Klientinnen und Klienten) in einer zunehmend diversen Gesellschaft umzugehen. Es werden diskriminierungssensible und rassismuskritische Schulungen (modular einsetzbar, halb- bis zweitägig) entwickelt, die fit für einen sicheren Umgang mit menschenfeindlichen Orientierungen machen. Das Angebot richtet sich an Verwaltungen, Polizei, Kirchen, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände. Es werden engere Kooperationen mit einzelnen Institutionen ausgelotet. Überlegt werden langfristige Bildungspartnerschaften und, ob einzelne Module oder Schulungen in die Regelarbeit integriert werden können.

Der zweite Schwerpunkt liegt in der Etablierung einer Online-Plattform. Hier sollen Forschungsbefunde zum (Umgang mit) Rassismus vorgestellt und diskutiert, Erfahrungen aus der Alltagspraxis dargestellt und die Projektergebnisse (pädagogische Handreichungen, Schulungsmodule, multimediale Materialien) zur Verfügung gestellt werden.


Handlungskonzept

Das Konzept legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Entwicklung alltags- wie berufsrelevanter Kompetenzen. Gerade weil es dabei auf die Erweiterung der ( u. a. institutionell geprägten) Wahrnehmungsperspektiven und die Spezifizierung des Handlungsrepertoires setzt, ist es zunächst innovativ und modellhaft:

Es werden Schulungen für berufsheterogene Gruppen entwickelt, die die Möglichkeit schaffen, in diesen Gruppen neue Wahrnehmungsperspektiven zu entdecken. Sie zielen auf die Befähigung zu Ambiguitätstoleranz und kritischer Urteilskompetenz, sind diversitäts- und migrationssensibel angelegt und durch Methoden- und Medienvielfalt gekennzeichnet. Soziale Kompetenzen werden gefördert und aktuelle Diskriminierungsformen sowie Erscheinungsformen von Rassismus (individuell, diskursiv, institutionell) analysiert.

In einem zweiten Schritt sollen die Teilnehmenden adressatenorientiert nach institutionellem und beruflichem Bedarf angesprochen werden. Um Handlungssicherheit zu erlangen, werden berufsspezifische Herausforderungen betrachtet.

Die Entwicklung des Schulungskonzepts wird in enger Zusammenarbeit mit den Zielinstitutionen vorgenommen und durch einen Fachbeirat, bestehend aus drei Landeskooperationspartnern (Prof. Dr. Albert Scherr/PH Freiburg/Baden-Württemberg; Prof. Dr. Viola Georgi/Uni Hildesheim/Niedersachsen; Kompetenzzentrum RE/Jena/Thüringen), NGOs (ISD-Bund e. V., VBRG e. V.), NSU-Nebenklageanwältinnen sowie Vertreterinnen und Vertretern der Zielinstitutionen, kritisch begleitet.

Vorgehen:

  • Analyse der Befunde, Bedarfe und Erfahrungen, u. a. wird eine „Gute Praxis“-Sammlung zu Bildungskonzepten und –modulen erstellt.
  • Ein Online-Portal wird etabliert, auf dem Forschungsbefunde, Praxiserfahrungen sowie Projektergebnisse veröffentlicht werden.
  • Ein Bildungskonzept, inklusive verschiedener Schulungsmodule und multimedialer Schulungsmaterialien, wird entwickelt.
  • Durchführung von Test-Schulungen in vier Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Thüringen) und Evaluation/Weiterentwicklung der Bildungsinhalte.
  • Vertiefung der Auseinandersetzung und des Fachaustausches durch „Round Tables“ und Präsentationsveranstaltungen in den vier Bundesländern.