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Meine Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte. Flucht, Migration und Shoah.

Kontaktdaten

IBIS - Interkulturelle Arbeitsstelle für Forschung, Dokumentation, Bildung und Beratung e. V.
Klävemannstr. 16
26122 Oldenburg
Tel: 0441 884016
leitung(at)ibis-ev.de
http://www.ibis-ev.de/de/projekte/meine-geschichte-deine-geschichte-unsere-geschichte


Themenfeld

Aktuelle Formen des Antisemitismus


Projektziele

Das Projekt „Meine  Geschichte, deine Geschichte, unsere Geschichte – Flucht. Ausgrenzung. Shoah.“ geht von der Prämisse aus, dass manche arabische Jugendliche aufgrund des Nahostkonfliktes durch Schule, Elternhaus und Medien mit antisemitischem Gedankengut  früh in Kontakt gekommen sind und sich vieles davon im Laufe ihres Heranwachsens zu eigen gemacht haben.

Häufig leben sie im Alltag relativ isoliert oder vorwiegend in einer begrenzten Community. In dem Projekt sollen sie durch den regelmäßigen Austausch mit anderen ihre politische Urteilsfähigkeit stärken, Vorurteile als solche erkennen und Überzeugungen, die bisher unhinterfragt waren, im Dialog mit anderen überprüfen.  Die durch das Projektkonzept angeregten Gespräche sollen indirekt auch dazu dienen, ihre eigenen, oft schmerzhaften Flucht- und Diskriminierungserfahrungen zu verarbeiten.

Am Ende der Projektlaufzeit soll ein Abbau der Vorurteile und der antisemitischen Einstellungsmuster erkennbar sein, einhergehend mit einer differenzierten Betrachtung des Nahostkonfliktes und historischer Entwicklungen.

Die Erfahrungen, die im Laufe des Projektes gesammelt werden, werden in einer Broschüre und mit Videobeiträgen dokumentiert und professionell evaluiert. Zusammen mit Fortbildungskonzepten (Workshops) sollen die Ergebnisse auf andere Trägerinnen und Träger übertragen werden.


Handlungskonzept

Zunächst werden die teilnehmenden Jugendlichen sich schrittweise als Gruppe zusammenfinden können, anfangs in relativ unverbindlichen Freizeitaktivitäten und Gedankenaustausch-Gruppen, die das Kennenlernen und  den Aufbau von Vertrauen fördern.

In einem ersten Workshop werden Raum und Begleitung geboten, um von den eigenen Fluchterfahrungen zu erzählen und vorsichtig die schwierigen Etappen der eigene Biografie aufzuarbeiten. Dann wird inhaltlich übergeleitet zur Beschäftigung  mit jüdischen Biografien, in denen es ebenfalls um Fluchterfahrungen geht.

Anschließend wird eine Fahrt in das ehemalige Konzentrationslager Bergen Belsen vorbereitet, ebenfalls verbunden mit Biografiearbeit. Danach findet ein Workshop zur Aufarbeitung der Eindrücke der Bergen Belsen-Fahrt statt.

Es folgen zwei weitere Workshops zur historisch-politischen Bildung:

  • 1) Geschichte des Antisemitismus von der Antike bis zum Nationalsozialismus und
  • 2) Staatsgründung Israels, moderner Antisemitismus und Nahostkonflikt.

Daran anschließend folgt eine intensive Theaterphase, in der bei regelmäßigen wöchentlichen Proben und auf dem Hintergrund der bis dahin gemachten Erfahrungen ein eigenes Theaterstück entwickelt wird, fachkundig angeleitet von einer Theaterpädagogin. Das Theaterstück kommt Mitte 2016 zur Aufführung und soll anschließend an möglichst vielen Schulen - zunächst in der Region Oldenburg und Nordwest-Niedersachsen, später evtl. auch bundesweit - gezeigt werden. 

Das beschriebene Projekt ist das erste dieser Art in Niedersachsen und wird mit Unterstützung des Förderprogramms „Demokratie leben!“ und in Kooperation mit dem Yezidischen Forum Oldenburg durchgeführt. Eine Kooperation mit weiteren interkulturellen Vereinen (z.B. Maryam Moschee und DITIB Oldenburg) wird angestrebt.