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Anders Denken. Politische Bildung gegen Antisemitismus.

Kontaktdaten

Modellprojekt „Anders Denken. Politische Bildung gegen Antisemitismus“
KIgA e. V.
Kottbusser Damm 94
10967 Berlin
Tel: 030 83 03 09 130
anne.goldenbogen(at)kiga-berlin.org
http://www.kiga-berlin.org/index.php?page=modellprojekte&hl=de_DE


Themenfeld

Aktuelle Formen des Antisemitismus


Projektziele

Die Relevanz einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit aktuellen Formen des Antisemitismus ist in den letzten Jahren erneut auf traurige Weise offensichtlich geworden. Das Erstarken islamistischer Terrormilizen wie dem IS, die Herausforderungen der Flüchtlingsfrage, die Diskursstärke rechtspopulistischer bis offen rechtsextremer Bewegungen und Parteien und Deutschland und Europa – all das bildet zusammen eine komplexe und explosive Gemengelage. Antisemitismus ist dabei ein zentraler Baustein, der als Scharnier dienen kann.

Deshalb fußt das Projekt auf drei Säulen:

  1. Die Entwicklung und Veröffentlichung diversitäts- und migrationssensibler, modular einsetzbarer pädagogischer Konzepte für die antisemitismuskritische Bildungsarbeit für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II ab Klassenstufe acht.

  2. Die Sensibilisierung und Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren hinsichtlich theoretischer, fachdidaktischer und methodischer Aspekte der antisemitismuskritischen Bildung in Berlin, Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen.

  3. Die Entwicklung und Etablierung einer Online-Plattform zu Hintergründen, Diskursen und pädagogischen Ansätzen der Auseinandersetzung mit aktuellen Formen des Antisemitismus für pädagogische Fachkräfte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie zivilgesellschaftliche Akteure.

Handlungskonzept

Pädagogische Leitlinie, also sowohl Bildungsansatz als auch Bildungsziel, ist das Konzept der „Widerspruchstoleranz“. Die Fähigkeit, mit Mehrdeutigkeit, Komplexität und Widersprüchen umgehen zu können, kann vor stereotypisierendem und diskriminierendem Denken und Handeln schützen. Sie ist deshalb eine Kernkompetenz der politischen Bildung in der Migrationsgesellschaft – und zwar für Schülerinnen und Schüler genauso wie für Lehrkräfte. Zudem sind Empowerment-Ansätze wichtig, vor allem in der Arbeit mit selbst von Ausgrenzung bzw. Diskriminierung betroffenen Personen und Gruppen. Im Projekt werden zehn sechsstündige pädagogische Konzepte entwickelt, die aktuelle Formen des Antisemitismus fokussieren – israelbezogenen Antisemitismus, sekundären Antisemitismus, das Feld der Verschwörungstheorien, religiös-fundamentalistische Positionen sowie Erinnerungskultur(en). Auch das höchstaktuelle Themenfeld „Flucht und Antisemitismus“ wird bearbeitet werden.

Um die pädagogischen Konzepte bundesweit bekannt zu machen, Multiplikatoren/-innen zu unterstützen, Wissen zu vermitteln, Orientierung zu bieten und lokal zu vernetzen, wird eine Online-Plattform für die Auseinandersetzung mit aktuellen Formen von Antisemitismus etabliert. Das Webangebot wird redaktionell betreut und von einem Fachbeirat begleitet. Es wird sich auf ein Netz an fachlich versierten Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Bildungspraxis stützen, qualitative Impulse zu tagesaktuellen Diskussionen anbieten, dem Kontroversitätsgebot der politischen Bildung Rechnung tragen und gleichzeitig eine fachlich begründbare Orientierung ermöglichen. Und es wird die lokale, regionale, überregionale und bundesweite Vernetzung im Feld fördern. So entsteht ein Angebot für pädagogische Fachkräfte und zivilgesellschaftliche Akteure, dass den aktuellen Anforderungen – hohe Brisanz des Themas, schnelle Entwicklungen, wenig Zeit, wenig Mittel – gerecht wird.

Die Sensibilisierung und Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in den Bundesländern, in denen das Projekt aktiv ist, erfolgt in insgesamt drei Schritten. Über bereits bestehende Kontakte sowie zielgerichtete Akquise werden zunächst Round-Table-Gespräche initiiert. In einem zweiten Schritt werden mit den Partnern zwölf zweieinhalb-tägige Methodenschulungen durchgeführt. Der dritte Schritt umfasst die Fruchtbarmachung der Kooperationen für die Etablierung der im Projekt entwickelten Online-Plattform. Dafür werden zehn Präsentationsveranstaltungen bundesweit durchgeführt.