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We come together - Regionales Handeln für Demokratie, Diversität und Partizipation

Kontaktdaten

Soziale Bildung e. V.
Doberaner Straße 21
18057 Rostock
Tel: 0381 12 73 363
bildung(at)soziale-bildung.org
soziale-bildung.org/jugend-und-erwachsenenbildung/projekte/we-come-together/


Themenfeld

Demokratiestärkung im ländlichen Raum


Projektziele

Das Modellprojekt hat zum Ziel in strukturschwachen, ländlichen Regionen neue demokratiefördernde Bildungsprozesse zu entwickeln und umzusetzen, die an Interessen und Lebenswelten von Jugendlichen und Erwachsenen ansetzt und Reflexionen eigener Einstellungen in den Fokus nimmt. Mit vielfältigen Aktivitäten wird für alltägliche Dimensionen von menschenfeindlichen Einstellungen sensibilisiert und für alltagspraktische demokratische Impulse aktiviert. Es werden empathische Zugänge für individuelle Lebenssituationen, Bedürfnisse und kollektive Ereignisse geschaffen.

Das Projekt wird in Regionen durchgeführt, wo die rechtsextremistische Szene einen hohen Stellenwert innehat und es in der Vergangenheit vermehrt zu Vorkommnissen gegen Asylsuchende gekommen ist (Projektorte: Friedland, Anklam, Stralsund, Güstrow, Bützow).

Das Projekt nimmt 14- bis 18-jährige Jugendliche in den Fokus, die einerseits aus der Region kommen und andererseits einen Flucht- bzw. Migrationshintergrund haben. Pädagoginnen und Pädagogen und zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure werden aktiv mit integriert.

Um Projektergebnisse und Handlungsbedarfe der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werden Bürgerinnen- und Bürgerdebatten initiiert, lokale Sendungen und Onlineplattformen miteinbezogen. Es wird Fachtagungen mit landesweiter Ausstrahlungskraft sowie bundesweite Ergebnisdiskussionen geben, so dass ein überregionaler Fachaustausch mit Trägern und Netzwerken der Demokratiebildung angeregt wird.


Handlungskonzept

Ausgehend von einer Situations- und Bedarfsanalyse wurden kurz- und langzeitpädagogische Bildungskonzepte entwickelt.

Über jeweils 1 Jahr werden Jugendliche auf freiwilliger Basis in Kursen für die Themen Migration, Asyl sowie Erscheinungsformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sensibilisiert und befähigt eigene kreative und öffentlichkeitswirksame Projekte umzusetzen. So können ihre Wünsche für das gesellschaftliche Zusammenleben vor Ort sichtbar gemacht werden. Mittelfristig werden sie durch Trainings befähigt, erlernte Themen und Methoden anzuwenden und an andere Jugendliche weiterzugeben. Mit jedem Schuljahr beginnt ein neuer Kurs. Flankierend werden in den Modellregionen laufend Workshops in anderen Jugendeinrichtungen durchgeführt, so dass eine höhere Breitenwirkung und synergetische Verbindungen zu den Projektkursen hergestellt werden können.

Mit Akteurinnen und Akteure aus Schulen, Freizeiteinrichtungen, Bündnissen, Vereinen, Kommunalpolitik werden Kommunikationsseminare und antirassistische Trainings durchgeführt, um für eigene Handlungsweisen zu sensibilisieren. Die Weiterbildungen verfolgen ebenso das Ziel eines Austausches und längerfristiger Vernetzung von Personen und Institutionen vor Ort sowie der Qualifizierung zur einer reflektierten politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen für spätere, eigene Angebote.

Das Projekt basiert auf einer Vorgehensweise, bei der Elemente der Sozialforschung, der Bildungsarbeit, des Empowerments und der Beratung miteinander verknüpft werden. Biographieorientierte Methoden werden eingesetzt, um persönliche Prägungen zu reflektieren, eigene Ressourcen zu erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Es werden Momente des intergenerationellen Lernens forciert, die in Ansätze des Community-Organizing und Community of Practice eingebettet sind. Kommunikationskanäle zwischen den Jugendlichen werden genutzt, so dass sie selbstständig Inhalte weitergeben und auch ohne präventiven Außenauftrag Hilfestellung erfolgt. Dadurch werden Werte und Perspektiven aus der Peergroup selbst zur Diskussion gestellt.