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Vorurteilsbewusste Bildungsarbeit mit Jugendlichen zu muslimischen Lebenswelten in Ostdeutschland

Kontaktdaten

Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur e. V.
Kurt-Eisner-Str. 68
04275 Leipzig
Tel: 0341 26696490
info(at)zeok.de
Web: www.muslimisch-in-ostdeutschland.de


Themenfeld

Aktuelle Formen von Islam-/Muslimfeindlichkeit


Projektziele

Mit dem Projekt „Vorurteilsbewusste Bildungsarbeit mit Jugendlichen zu muslimischen Lebenswelten in Ostdeutschland“ reagiert das Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur e. V. auf eine weithin verbreitete Muslimfeindlichkeit. Die Prämisse des Modellprojektes ist es, dass es eines inklusiven Unterrichts, der die sprachlich, kulturell und religiös vielfältige Schule im Blick hat bedarf, um muslimfeindliche Einstellungen abzubauen.

Das Modellprojekt will die in der Schule und in den Bildungsmedien transportierten Islam- und Muslimbilder kritisch reflektieren und Pädagoginnen und Pädagogen gegenüber einseitigen Darstellungen sensibilisieren. Im Hinblick auf muslimfeindliche Tendenzen sollen neue Materialien entwickelt werden, die differenzierte Bilder mit regionalen Bezügen anbieten und zudem eine hohe Partizipationsmöglichkeit für Jugendliche eröffnen.

Durch die Erarbeitung eigener Materialien mit regionalem Bezug (Leipzig und Sachsen bzw. Ostdeutschland) will das Projekt ein Angebot schaffen, das Zugehörigkeitsdiskurse positiv unterstützt und vereinfachenden Darstellungen entgegenwirkt. Das regional verankerte Bildungsmaterial soll den Diskurs über den deutschen Islam sowie über Muslimfeindlichkeit auch als ostdeutsches Thema verankern.


Handlungskonzept

(1) Workshopangebote für muslimische Jugendliche

Diese Workshops haben die multiperspektivischen Erfahrungen und familiären Migrationsbiografien muslimischer Jugendlicher im Blick. Die partizipativ erarbeiteten Workshopergebnisse fließen in die Entwicklung der Ausstellung (3) ein.

(2) Workshops mit Jugendlichen der Sekundarstufe

Muslimische Perspektiven in Deutschland sind zahlreich und unterschiedlich. Ebenso wie es "die Christen" oder "die Deutschen" nicht gibt, gibt es nicht "die Muslime".
In diesem Projektangebot können Schüler_innen sich ein eigenes Bild von der Vielfalt des Islams machen, wobei vor allem auf Zahlen und Hintergründe aus dem eigenen Bundesland Sachsen Bezug genommen wird.
 Die Workshopergebnisse bilden eine Grundlage der später zu erarbeitenden Wanderausstellung.

(3) Interaktive Wanderausstellung

Zentrales Vorhaben des Projekts ist die Konzeption, Entwicklung und Herstellung einer interaktiven Wanderausstellung für Jugendliche.
Begleitet von Projektwochen an den jeweiligen Schulen, will die Ausstellung zum Einen muslimisches Leben vor Ort sichtbar machen und differenzierte Zugänge ermöglichen, zum Anderen Schülerinnen und Schülern gegenüber antimuslimischem Rassismus sensibilisieren.

(4) Fortbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen

Pädagoginnen und Pädagogen sind der Schlüssel zur Verstetigung angefangener interkultureller Öffnungsprozesse. Im Rahmen des Modellprojekts werden fortlaufend Fortbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen durchgeführt, die für die Vielfalt muslimischer Lebenswelten vor Ort sensibilisieren.

(5) Wissenschaftlicher Transfer: Fachtagung und Fachpublikationen

In den Bildungsmedien konstatieren wir eine häufig stereotype und exotisierende Darstellung des Islam, die orientalisierende oder konfliktbehaftete Assoziationen unterstützt. Dagegen besteht ein Mangel an Lernmaterialien, die die vielfältigen Erfahrungen der deutscher Muslime berücksichtigen. Muslimisches Leben in Ostdeutschland ist in kaum einem Medium sichtbar.

Im Rahmen einer Fachtagung sollen Konzepte eines inklusiven Schulunterrichts beleuchtet werden. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus Projektarbeit und Fachdiskussion werden veröffentlicht.