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MSO inklusiv!

Kontaktdaten

Migrationsrat Berlin-Brandenburg e. V. (MRBB)
Oranienstraße 34
10999 Berlin
Tel: 030 61 65 87 55
silke.calioeren(at)mrbb.de

 www.mso-inklusiv.de


Themenfeld

Homosexuellen- und Transfeindlichkeit


Projektziele

Hauptziel  des Projekts „MSO inklusiv“ ist die Aktivierung, Sichtbarmachung und Förderung von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Migrant/-innenselbstorganisationen (MSO). Zu diesem Zweck fördert „MSO inklusiv“ sechs MSO mit einer Summe von jeweils bis zu 4.200,- EUR. Bislang ist die Arbeit gegen Homosexuellen- und Transfeindlichkeit von großen LSBTI-Vereinen der Mehrheitsgesellschaft geprägt, die entweder zur punktuellen Zusammenarbeit oder mit konkreten Forderungen an MSO herangetreten sind. In aller Regel waren die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit auf Seiten der MSO durch das ehrenamtliche Engagement bestimmt. Mit „MSO inklusiv“ wird es erstmals möglich, LSBTI Arbeit in MSO strukturell und honoriert zu verankern.

Durch die finanzielle Förderung von selbstentwickelten Projekten zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt werden communitybasierte Antidiskriminierungs- und Empowermentansätze gefördert. Die gesamtgesellschaftliche Aufgabe des Abbaus von Homosexuellen- und Transfeindlichkeit wird um Konzepte zur Unterstützung der von Mehrfachdiskriminierung betroffenen Menschen erweitert. Migrant/-innenorganisationen erhalten so erstmals die Möglichkeit, Werkzeuge zur communityspezifischen Sensibilisierungs- und Empowermentarbeit selbst zu entwickeln und der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Methoden, die aus der Arbeit der geförderten Projekte entstehen, werden anderen MSO, die sich auch gegen Sexismus, Homosexuellen- und Transfeindlichkeit einsetzen wollen, in Form einer „Online-Toolbox“ zur Verfügung gestellt. Aber auch LSBTI-Organisationen der Mehrheitsgesellschaft können die Erkenntnisse nutzen, um ihr Bestreben Migrantinnen und Migranten in ihre Arbeit mit einzubeziehen, besser an die Bedarfe von Migrantinnen und Migranten anzupassen.


Handlungskonzept

Es werden mit einer Ausschreibung zur Einreichung von Projektvorschlägen gezielt Migrant/-innenselbstorganisationen angesprochen. Im besonderen Fokus stehen jene MSO, die sich mit hohem Engagement für soziale Gerechtigkeit einsetzen und Mehrfachzugehörigkeit bereits in ihrer Antidiskriminierungsarbeit beachten. Aus den Einreichungen werden durch eine Jury zunächst fünf bis sechs Projekte ausgewählt, die eine Projektförderung erhalten.

Im Projektverlauf findet eine enge Zusammenarbeit mit den geförderten MSO statt. Durch passgenau entwickelte Workshops, Schulungen und Coachings werden die projektleitenden Personen sowie die gesamte MSO auf die Arbeit vorbereitet und über die einzelnen Projektphasen hinweg begleitet.

Neben einer MSO-internen Auseinandersetzung mit den verschiedenen Positionen zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt, ist der Einbezug der Gesamtöffentlichkeit ein fester Bestandteil des Konzepts. Auf diese Weise wird die Öffentlichkeit sensibilisiert und rassistischen Vorstellungen von Homosexuellenfeindlichkeit als „Migrant/-innenproblem“ entgegengewirkt.

Die Anbindung an die Gesamtgesellschaft findet zum einen virtuell über die Projektinternetseite und über Social-Media-Präsenz statt. Weiterhin bieten Panels, Interviews, Plakatserien, Kooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Aktivistinnen und Aktivisten eine weitere Plattform für Öffentlichkeitsarbeit. Wie groß das Interesse am Projekt „MSO inklusiv“ ist, zeigte der rege Andrang auf der Auftaktsveranstaltung des Projekts im Juni 2015, auf der sich Politikerinnen und Politiker, Akademikerinnen und Akademiker, Aktivistinnen und Aktivisten und die geförderten MSO zu Rassismus und sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ausgetauscht haben.

Durch die Einführung von MSO in die LSBTI-Netzwerke verschiedener Organisationen und Gremien werden sie als Akteurinnen/Akteur im Kampf gegen Homosexuellen- und Transfeindlichkeit wahrgenommen.