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Interventionen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt - Stärkung der Handlungsfährigkeit vor Ort

Kontaktdaten

Dissens - Institut für Bildung und Forschung e. V.
Allee der Kosmonauten 67
12681 Berlin
Tel: 030 54 98 75 30
interventionen(at)dissens.de
http://interventionen.dissens.de


Themenfeld

Homosexuellen- und Transfeindlichkeit


Projektziele

Inhaltlicher Ansatz des Projekts ist die Annahme, dass alle Kinder und Jugendlichen (wenn auch unterschiedlich) durch enge geschlechts- und sexualitätsbezogene Normierungen eingeschränkt werden. LSBTIQ - Jugendliche (lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, intergeschlechtlich, queer) und junge Erwachsene berichten, dass Diskriminierung seitens von Mitschüler/-innen und Lehrkräften Alltag in pädagogischen Institutionen ist. Das hat beträchtliche Auswirkungen auf die Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten von LSBTIQ- Kindern und Jugendlichen und ist, so die Prämisse des Projekts, als Einschränkung ihres Menschenrechts auf Bildung zu bewerten.

Darüber hinaus wirkt es sich auch auf heterosexuelle, relativ geschlechtskonforme Mädchen und Jungen aus, wenn vielfältige Entwicklungsoptionen durch Normen verengt werden, die vorschreiben, welche geschlechtlichen Ausdrucksweisen und welche Formen von Liebe, Begehren und Bindung akzeptiert und welche ausgegrenzt werden.

Hauptziel des Projekts ist es, in Ergänzung zu bereits bestehenden Ansätzen, Akteur_innen in Bildungsprozessen zu befähigen, sich in ihrem jeweiligen Tätigkeitsfeld für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt einzusetzen. Angesprochen werden insbesondere auch heterosexuelle, cisgeschlechtliche (‚cisgeschlechtlich‘ beschreibt Menschen, deren Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde)  Mädchen, Jungen, Pädagog/-innen, ebenso wie LSBTIQ - Jugendliche. Im Themenfeld bereits Engagierte sollen unterstützt und gestärkt werden sowie neue Jugendliche und Pädagog-/innen für die Themen sensibilisiert und ihre Handlungsfähigkeit gestärkt werden, sich in ihrem jeweiligen Umfeld für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt einzusetzen.


Handlungskonzept

Im Laufe des Projekts sind verschiedene Maßnahmen und Angebote für Jugendliche, Pädagoginnen und Pädagogen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geplant, die sich für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt engagieren möchten: 2016 bietet das Projekt zweitägige Sensibilisierungsworkshops für Jugendliche und Erwachsene in verschiedenen Bundesländern an. Zudem können Einzelpersonen, Peergruppen, Leitungskräfte oder Teams, die in ihre Institutionenkulturen hinein wirken möchten, einen längeren Beratungs- und Begleitungsprozess durch das Projekt in Anspruch nehmen. Aus diesen Prozessen sollen Best-Practice-Beispiele entstehen, die öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

In den folgenden Projektjahren entstehen Handreichungen für verschiedene Zielgruppen unter dem Titel ‚Was kann ich in meiner Institution für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt tun?‘. Des Weiteren wird es (über-)regionale Austausch- und Vernetzungsangebote für interessierte Jugendliche und Pädagoginnen und Pädagogen geben, die an den Workshop- und Beratungsangeboten teilgenommen haben.

Ab 2017 sind in verschiedenen Bundesländern 8-10-tägige Fortbildungsreihen für Pädagoginnen und Pädagogen sowie eine bundesweit ausgeschriebene Train-the-Trainer-Reihe für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus der Erwachsenenbildung geplant. Der Projektabschluss besteht aus einer Abschlusskonferenz sowie einer Abschlusspublikation.

Dieses Vorhaben ist insofern innovativ, als dass insbesondere auch heterosexuelle Mädchen, Jungen und Pädagoginnen und Pädagogen für den Einsatz für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sensibilisiert und befähigt werden sollen. Hierüber sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die für mehr Wirksamkeit entsprechender Interventionen sorgen und die Potenziale bereits interessierter Jugendlicher und Pädagoginnen und Pädagogen nutzen. Erkenntnisse aus den Bildungsbereichen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, die meist auf LSBTIQ - Kinder und Jugendliche fokussieren bzw. auf den Abbau von Vorurteilen, werden mit Ansätzen der geschlechterreflektierten Pädagogik kombiniert, die eine Erweiterung der Entwicklungsmöglichkeiten aller Kinder und Jugendlichen zum Ziel haben.