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„Andrej ist anders und Selma liebt Sandra“ - Kultursensible sexuelle Orientierung

Kontaktdaten

Türkische Gemeinde Baden-Würtemberg e. V. (TGBW)
Reinsburgstraße 82
70178 Stuttgart
Tel: 0711 88899911
tomek(at)tgbw.de
www.kultursensibel-lsbttiq.de


Themenfeld

Homosexuellen- und Transfeindlichkeit


Projektziele

Gesellschaftliche Entwicklungen und eine vordergründig offene und tolerante Gesellschaft stehen oft in Widerspruch zur Lebensrealität und der persönlichen Situation von Menschen mit von der Mehrheit abweichender sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität (das Projekt verwendet die Bezeichnung LSBTTIQ: Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle und Queere Menschen) in Familie, Schule, (Ausbildungs-)Betrieben, Firmen, Vereinen, Peers/ Freundschaften. LSBTTIQ erfahren leider immer noch Diskriminierung und werden Opfer psychischer und struktureller oder tatsächlicher Gewalt – oder müssen zumindest damit rechnen.

Eine besonders schwierige Situation haben Jugendliche/ junge Erwachsene mit Migrationshintergrund, die aus Familien / Communities aus konservativ-traditionellen und stark religiösen Herkunftsländern kommen. Diese haben oft keine Chance ihre sexuelle Orientierung in ihrem persönlichen Umfeld offen zu leben – die psychische Belastung und der persönliche Leidensdruck sind sehr hoch.

Mit dem Modellprojekt „Kultursensible sexuelle Orientierung – ‚Andrej ist anders und Selma liebt Sandra’“ soll die persönliche Situation für LSBTTIQ-Jugendliche insbesondere mit Migrationshintergrund verbessert werden. Vielfalt sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität/ Freiheit für die Selbstbestimmung der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität soll möglich sein – ohne dass dies diskriminierende Folgen für die/ den Einzelne_n hat.


Handlungskonzept

In einem ersten Schritt geht es um kulturelle/religiöse Schwellen, Grenzen, Ängste: Was geht? Was geht nicht? Was geht wann und wie doch? Was ist gewollt, erlaubt, geduldet, nicht gern gesehen, sanktioniert, unmöglich? Welche Tabus gibt es? Gibt es Ideen warum, woher?

Ziel ist ein interkulturelles, interreligiöses Verständnis und die Auseinandersetzung mit Werten, Normen und Funktionsweisen in den einzelnen Kulturen und Communities.

In einem zweiten Schritt geht es darum, kultursensible Strategien zu erkennen und weiterzuentwickeln. Welche Lösungen, Lebensentwürfe, Alternativen gibt es bisher? Was funktioniert gut/nicht gut? Was sind die Vor- und Nachteile? Welcher Weg hat welchen Preis? Welche begünstigenden Faktoren können helfen? Welche möglicherweise neuen/wenig genützten Spielräume ergeben sich aus den Erkenntnissen?

Ziel ist die Verbesserung der Lebenssituation durch Handlungsalternativen und gegenseitiges Verständnis für LSBTTIQ-Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.

Die mit den Jugendlichen und Erwachsenen aus den einzelnen Communities erarbeiteten Erkenntnisse sollen dokumentiert und aufbereitet, und im Anschluss für Beratung/Anlaufstellen/ Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Angesetzt werden soll an großen Einwanderung-Communities mit konservativ-traditionellem und stark religiösem Hintergrund. Hierzu gehören die türkischen Communities aber auch Einwanderungsgruppen aus Russland, den baltischen Staaten, den Balkanländern oder Nordafrika.

Mit der Trägerschaft durch die Türkische Gemeinde in Baden-Württemberg, einer der größten Dachverbände von Migrantenorganisation in dem Bundesland, wird das Vorhaben als interkulturelles/kultursensibles und interreligiöses/religionssensibles Projekt in besonders guter Weise möglich. Dies wird ergänzt durch die Zugänge und das fachliche Know-how des schwul-lesbischen Zentrums Weissenburg, der Initiativgruppe Homosexualität Stuttgart (IHS), des Landesnetzwerks LSBTTIQ, dem Fachverband VLSP (Verband von Lesben und Schwulen in der Psychologie), dem Fachverband GTP und den großen Jugendringen mit ihren Mitgliedsorganisationen und Jugendeinrichtungen in der Region Stuttgart sowie die Zusammenarbeit mit vielen weiteren Kooperationspartnerinnen und -partnern aus dem Bereich psychologische Beratung, Migrantinnen- und Migrantenorganisationen (unterschiedlicher Herkunftsländer) und Jugendarbeit.