Wie können Ausbildende und Lehrkräfte Demokrati­e­förderung und Demokratie­bildung betreiben?

Der Demokratieförderung in der beruflichen Bildung widmet sich die Broschüre des Kompetenznetzwerks im gleichnamigen Themenfeld und wendet sich damit an Lehrkräfte und Ausbildende.

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Demokratieförderung und Demokratiebildung sind auch im Bereich der beruflichen Bildung ein wichtiges Thema, schließlich erreichen berufsbildende Schulen und Ausbildungsbetriebe Millionen Jugendliche und junge Erwachsene. Mit der Broschüre "Demokratieförderung in der beruflichen Bildung" gibt das Kompetenznetzwerk im gleichnamigen Themenfeld Lehrkräften und Ausbildenden grundlegende Informationen zu Rahmenbedingungen und Handlungsmöglichkeiten an die Hand.

Rechtliche Rahmenbedingungen der Demokratieförderung und Demokratiebildung in der beruflichen Bildung

Während Demokratiebildung an berufsbildenden Schulen als staatlicher Auftrag gilt und für die Lehrkräfte somit verpflichtend ist, kann sie zusammen mit der Demokratieförderung im betrieblichen Bereich lediglich aus den Ausbildungszielen und Ausbildungsverordnungen abgeleitet werden. Die Broschüre stellt die rechtlichen Rahmenbedingungen ausführlich vor, darunter die länderübergreifenden Berufsbildungsgesetze und die Schulgesetze der Bundesländer. Hier lässt sich sehen, dass zwar alle Bundesländer Demokratiebildung in ihren Vorschriften für berufsbildende Schulen erwähnen, die Ausgestaltung aber unterschiedlich detailliert ausfällt und somit mal mehr, mal weniger Handlungsbedarf nahelegt.

Situation der Demokratieförderung und Demokratiebildung in Schulen und Betrieben

Um einen Einblick in die Praxis zu geben, stellen die Autoren der Broschüre die Ergebnisse zweier Studien der Bertelsmann Stiftung und des Vereins Mach' meinen Kumpel nicht an! vor. Hier zeigt sich: Zwar finden es sowohl Ausbildende als auch Lehrkräfte wichtig, den Auszubildenden Demokratie als Lebensform zu vermitteln. Wie intensiv Demokratiebildung aber in der Praxis betrieben wird, hängt stark von der Initiative der jeweiligen Lehrkräfte und der zur Verfügung stehenden Zeit ab, die meistens knapp ist.

 

Demokratiebildung bezeichnet Maßnahmen, mit denen Lehrkräfte und Ausbildende sich selbst aktiv am Lehrprozess beteiligen.

Mit Demokratieförderung er­mög­lichen und unterstützen sie, dass demokratiebildende Maßnahmen von anderen, zum Beispiel von externen Trägern, oder von den Lernenden selbst durchgeführt werden.

"Wir haben jeden Tag die Möglichkeit, jungen Menschen ein Beispiel zu sein."

Berufsschullehrer im Interview

Damit sie nicht nur projektbezogen arbeiten, zum Beispiel anlässlich von Wahlen und Wettbewerben, oder stets auf Angebote externer Träger wie dem DGB Bildungswerk Bund angewiesen sind, brauchen Ausbildende und Lehrkräfte Anregungen und Materialien, damit sie selbst im schulischen und betrieblichen Alltag demokratiebildend tätig werden können.

Material zur erfolgreichen Durchführung von Demokratiebildung

Wer sich über die Rahmenbedingungen, Hürden und Möglichkeiten der Demokratiebildung in Betrieben und berufsbildenden Schulen informieren möchte, findet in der Broschüre des Kompetenznetzwerks zahlreiche Informationen, um den Überlegungen Taten folgen zu lassen. Ergänzend bietet die Website von Mach' meinen Kumpel nicht an!, einem der Netzwerkträger, eine Good-Practice-Datenbank mit Beispielen, wie man sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Diskriminierung sowie für Gleichbehandlung in der Arbeitswelt engagieren kann.

Zusätzlich umfasst das Methodenheft "Wir wollen mitbestimmen. Für eine starke Demokratie in der beruflichen Bildung!" des Kompetenznetzwerks über 30 Beschreibungen von Übungen, mit denen jungen Menschen aus Betrieb und berufsbildenden Schulen demokratische Werte vermittelt werden können.


Veröffentlicht im Januar 2022

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