Eine Leine mit mehreren Stoffzetteln flattert im Wind, eine Hand zeigt darauf.

Prävention Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegen Geflüchtete

Die Prävention Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegen Geflüchtete stand im Fokus des Ende April stattgefundenen digitalen Fachaustauschs. Welche Ansätze auf lokaler Ebene gibt es bereits? Wie sieht die Praxis vor Ort aus?

Pinselstrich

Die Arbeit mit Geflüchteten auf lokaler Ebene ist wichtiger denn je – hier können die Menschen Fragen stellen und Antworten finden, erste Kontakte knüpfen und ankommen. Dies ist nicht immer einfach, aber das liegt mitunter nicht nur an möglichen Sprachbarrieren, fehlenden Anlaufstellen und Beratungsmöglichkeiten. Geflüchtete begegnen oftmals Vorurteilen, Stigmatisierung, Alltagsrassismus und Diskriminierung und sie sind von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit betroffen.

Wie dem entgegengewirkt werden kann und welche Präventionsansätze hier bereits im Bundesprogramm erprobt werden, stand im Fokus des digitalen Fachaustauschs "Prävention Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegen Geflüchtete – Handlungsansätze für die lokale Ebene". Er bot die Möglichkeit zum Austausch zwischen den Fachkräften und kommunalen Akteurinnen und Akteuren des Bundesprogramms.

  • Vor welchen Herausforderungen stehen sie bei ihrer Arbeit und wie können sie diesen begegnen?

  • Wie können Projekte und Engagierte viele Personen erreichen?

  • Welche Möglichkeiten gibt es, um den Spagat zwischen Begegnung und Beratung zu schaffen?

  • Was sind Methoden, um die Perspektive von Betroffenen sichtbar zu machen?

Die Teilnehmenden konnten niedrigschwellig und praxisnah ihre Expertise teilen und einen Einblick in vielfältige Handlungsoptionen und Methoden erhalten.

Den thematischen Einstieg lieferte Frau Prof. Dr. Helen Schwenken von der Universität Osnabrück. Die wissenschaftliche Expertin für Fluchtforschung, Migration und soziale Bewegungsforschung beleuchtete das Thema noch einmal aus der Perspektive von Engagementverläufen. Dabei zeichnete sie die Entwicklungen seit 2015 nach – die zu Beginn von einem wahren Engagementschub, dann von einem coronabedingten Einbruch und einem erneuten Aufschwung 2022 zeugen. Sie arbeitete die tragende Bedeutung des persönlichen Engagements heraus, welches ebenso wichtig ist wie die Professionalisierung der Verwaltung im Umgang mit Ehrenamt und Engagement. Dass Konflikte eine Chance für positive Weiterentwicklungen seien, betonte sie ebenso wie den bestehenden Schatz des Erfahrungswissen in diesem Bereich, welcher unbedingt genutzt werden sollte.

In insgesamt sechs parallel laufenden digitalen Workshops oder moderierten Diskussionsrunden konnten die Teilnehmenden dann ihren Blick auf das Thema schärfen und tiefer in die Praxis eintauchen. Auf diese Weise wurden mögliche Problemlagen vor Ort aufgezeigt und Raum für Diskussionen geboten. Dabei konnten sie aus der Arbeit der anderen Programmpartnerinnen und -partner Anregungen für die eigene Arbeit vor Ort sammeln.

Der Bedarf an Austausch und Vernetzung unter den Mitwirkenden war und ist groß. Dies verdeutlichte nicht nur die hohe Teilnahme, sondern auch die gefühlt zu kurze Zeit. Als besonders wertvoll hoben die Teilnehmenden die vielen Beispiele aus der Praxis hervor, die durch die Mitwirkenden des Bundesprogramms geteilt wurden. Allen gemein war, dass ihnen wichtig ist, dass Geflüchtete Räume erhalten, um ihre Perspektive zu kommunizieren, anzukommen und Begegnung zu ermöglichen. Denn durch diesen Perspektivenaustausch wächst das gegenseitige Verständnis und ein gestärktes Miteinander.


Veröffentlicht im Mai 2022

Veranstaltungen