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Landes-Demokratiezentren


Was ist ein Landes-Demokratiezentrum?

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat – in enger Zusammenarbeit mit den Länderministerien – beginnend ab 2007 den Aufbau von landesweiten Beratungsnetzwerken gefördert, die die vor Ort vorhandenen Beratungs- und Unterstützungsangebote verknüpfen. So unterstützen beispielsweise die Opfer­­beratungen Betroffene rechter Gewalt bei der Bewältigung der Folgen der Gewalttat. Zu den weiteren Angeboten zählen etwa die Mobilen Beratungsteams und die Ausstiegsberatung. Den Beratungsnetzwerken gehören Expertinnen und Experten aus staatlichen und zivilgesellschaftlichen Bereichen wie Jugendsozialarbeit, Polizei, Justiz, Psychologie, Wissenschaft, Kirchen, Ämtern und Ministerien an.

In jedem der 16 Länder wurde eine Landeskoordinierungsstelle – in einem Landesministerium oder bei einem ausge­wählten fachkompetenten Träger – eingerichtet. Diese bündelt seither die Informationen über die Kompetenzen der Fachkräfte in den staatlichen und nicht-staatlichen Einrichtungen des Landes in der Arbeit gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus.

Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sollen die bisherigen Landeskoordinierungsstellen zu Landes-Demokratiezentren weiter­ent­wickelt werden. Der Auf- und Ausbau von Demokratiezentren soll vor allem auf eine Stärkung der demokratischen Kultur in dem jeweiligen Bundesland und damit in der Gesellschaft hinwirken. Zu diesem Zweck soll das eigene Profil in der Beratungs- und Präventionstätigkeit sowie der Förderung von Demokratie weiterent­wickelt werden: Ziel ist die Etablierung von Landes-Demokratiezentren als Ansprechpartner insbesondere für die Akteure im Programm „Demokratie leben!“ und die Ausgestaltung einer nachhaltigen Beratungs-, Informations- und Vernetzungsstruktur auf Landesebene.

Weitere Details sind den Förderleitlinien für das Jahr 2018 zu entnehmen.


Beratung für Betroffene

Die Landes-Demokratiezentren tragen dafür Sorge, dass ein breites Angebot an Beratungsleistungen für die Arbeit gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bereitgestellt werden. Dies beinhaltet insbesondere Mobile Beratung, Opferberatung und Ausstiegsberatung. Unter Berücksichtigung von bereits vorhandenen Strukturen und Möglichkeiten sowie länderspezifischen Erfordernissen und Bedarfen können hier zusätzlich auch Beratungs­leistungen gegen andere Formen demokratie- und rechtstaatsfeindlicher, gewaltförmiger Phänomene angeboten werden.

Die Teams der Mobilen Beratung leisten Unterstützung in krisenhaften Situationen, in denen sowohl die Betroffenen als auch die vor Ort zuständigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auf fachlichen Beistand angewiesen sind. Sie leisten kompetente Beratung und Hilfe. Die Anlässe, zu denen beraten wird, sind vielfältig. Die Beraterinnen und Berater unterstützen beispielsweise Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft rassistischen Übergriffen ausgesetzt sind. Schulleiterinnen und Schulleiter oder Lehrerinnen und Lehrer, denen die Verbreitung von rechtsextremem Gedankengut auf dem Schulhof Sorgen bereitet, oder Eltern, die befürchten, ihr Sohn oder ihre Tochter könnten Mitglied einer rechtsextremistischen Organisation sein, können sich ebenfalls an die Teams der Mobilen Beratung wenden.

Im Rahmen der Opferberatung werden Betroffene rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Vorfälle zur Bewältigung der materiellen und immateriellen Folgen solcher Taten unterstützt. Die Opferberatungsstellen verfolgen einen niedrigschwelligen, zugehenden und parteilichen Ansatz und leisten „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Die Angebote der Distanzierungs- und Ausstiegsberatung wenden sich an Personen, die sich aus dem Einflussbereich demokratiefeindlicher, gewaltbereiter Gruppierungen lösen wollen. Auch Angehörige können das Beratungsangebot nutzen.


Liste der Landes-Demokratiezentren

In jedem Bundesland unterstützen Landes-Demokratiezentren die Weiterentwicklung von Konzepten und Strategien zur Förderung von Demokratie und Vielfalt und sorgen für eine Vernetzung der lokalen Aktivitäten, insbesondere der kommunalen Partnerschaften für Demokratie. Darüber hinaus koordinieren sie die Arbeit der Beratungs- und Präventionsangebote und fungieren als Ansprechpartner für Hilfesuchende.

Baden-Württemberg

Landeskoordinierungsstelle kompetent vor Ort - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus

Sersheim, Schlosstr. 23

Weitere Informationen
Bayern

Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus

München, Herzog-Heinrich-Str. 7

Weitere Informationen
Berlin

Landesdemokratiezentrum für Vielfalt und Respekt

Berlin, Salzburger Str. 21-25

Weitere Informationen
Brandenburg

Koordinierungsstelle "Tolerantes Brandenburg“

Potsdam, Heinrich-Mann-Allee 107

Weitere Informationen
Bremen

Demokratiezentrum Land Bremen

Bremen, Bahnhofstr. 28-31

Weitere Informationen
Hamburg

Johann Daniel Lawaetz-Stiftung

Hamburg, Neumühlen 16-20

Weitere Informationen
Hessen

beratungsNetzwerk hessen Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg

Marburg, Wilhelm-Röpke-Str. 6

Weitere Informationen
Mecklenburg-Vorpommern

Landeskoordinierungsstelle Demokratie und Toleranz Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin, Jägerweg 2

Weitere Informationen
Niedersachsen

Niedersächsisches Landes-Demokratiezentrum beim Landespräventionsrat Niedersachsen

Hannover, Siebstr. 4

Weitere Informationen
Nordrhein-Westfalen

Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus

Düsseldorf, Haroldstr. 4

Weitere Informationen
Rheinland-Pfalz

Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung - Abt. Landesjugendamt

Mainz, Rheinallee 97 – 101

Weitere Informationen
Saarland

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

Saarbrücken, Franz-Josef-Röder-Str. 23

Weitere Informationen
Sachsen

Stabsstelle Demokratieförderung, Geschäftsbereich Gleichstellung und Integration beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz

Dresden, Bautzner Str. 19a

Weitere Informationen
Sachsen-Anhalt

Landeskoordinierungsstelle - Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt Bereich Integration und Prävention von Rechtsextremismus

Magdeburg, Turmschanzenstr. 25

Weitere Informationen
Schleswig-Holstein

Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein (MILI)

Kiel, Düsternbrooker Weg 92

Weitere Informationen
Thüringen

Landeskoordinierungsstelle des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit im Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Referat 32 Jugendpolitik

Erfurt, Werner-Seelenbinder-Str. 6

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