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Themenfilm „Prävention im Vorschulalter“

Volltext-Alternative zum Video

Kai Thomsen (Projektleiter Zentrum für sytemisch-interkulturelle Prävention):

Im Kindergartenalter und im frühkindlichen Alter, da setzen sich wirklich alle Haltungen fest, die später im Leben herauskommen und die auch sich später noch weiterentwickeln. Also im Kindergarten wird tatsächlich die Grundlage für das spätere Leben gelegt.

Franziska Schramm (Projektleiterin „Welcome to my library“):

In erster Linie geht es natürlich darum, dass alle Kinder auf Augenhöhe in Erscheinung treten. Dass Kinder aktiv sind, dass sie nicht permanent ausgegrenzt werden, dass versucht wird, Stereotype und Pauschalisierungen einfach zu umgehen. Es geht darum, zehn Partnerschaften in Sachsen-Anhalt im ländlichen Bereich zu etablieren zwischen jeweils einer Bibliothek, einer Migrantenselbstorganisation und einer Kindertagesstätte. Die Bibliotheken, die mitmachen im Projekt, die haben sich dafür entschieden, die wurden nicht verdonnert. Die haben einfach gesagt: Okay, wir haben sehr, sehr viele Zuwanderer oder wir haben eine Veränderung innerhalb unserer Gemeinden, unserer Kommunen festgestellt und das ist eine neue Zielgruppe, die wir irgendwie nicht erreichen, wir brauchen Hilfe.

Kai Thomsen (Projektleiter Zentrum für sytemisch-interkulturelle Prävention):

Der SIP-Ansatz hebt sich dadurch ab, dass er den Kindergarten ganzheitlich betrachtet. Wenn wir Probleme empfinden im Kindergarten, dann müssen wir eigentlich ganzheitlich herangehen. Das heißt, wir gehen in Dienstbesprechungen, machen Supervisionen. Wir bieten Coaching an. Wir identifizieren: Wie arbeiten wir mit Kindern im Kindergarten. Also der SIP-Ansatz ist kein einfacher, nein, das erfordert sehr viel Arbeit, weil jeder Kindergarten für sich einfach schauen muss, wo möchte ich mit dem gesamten Kindergarten hin.

Stefanie Zilz (Mitarbeiterin der Stadtbibliothek Heinrich Heine):

Wir wissen, was in vielen Ländern der Welt los ist und wir möchten, dass sich die, die herkommen, wohlfühlen, aufgehoben fühlen, und ihnen helfen, ja, ihr neues Leben zu beginnen. Und vor allem, ganz wichtig ist, bei den Kleinen anzufangen.

Franziska Schramm (Projektleiterin „Welcome to my library“):

Die Kinder gehen sowieso schon mit ihrer Gruppe oder mit ihren Erzieherinnen immer mal in die Bibliothek oder die Bibliothek kommt dorthin. Aber wie kriegen wir die Eltern? Und wenn die Eltern eben die Möglichkeit haben, mitzukommen oder, ja, diese Angebote kennenzulernen, dann ist das eine Möglichkeit, die Eltern und Familien mit in die Bibliothek zu holen.

Sahir Safaya (Mutter):

Weil wir Muslime sind, und mein Sohn kennt nicht Weihnachten, und wie heißen diese vier Kerzen, warum diese Kerzen? Ja das ist neu. Und wir mögen es, immer das Neue zu lernen.

Kai Thomsen (Projektleiter Zentrum für sytemisch-interkulturelle Prävention):

Wenn wir von Kindergärten angesprochen werden, die SIP implementieren wollen, also die SIP anwenden möchten, dann nehmen wir viele Methoden aus der Organisationsberatung. Wir fahren zuerst mal hin und machen erstmal ein Erstgespräch. Wir gucken uns genau an: Was braucht der Kindergarten jetzt vor Ort? Was braucht die Leitung tatsächlich? Wie ist der Kindergarten aufgestellt? Zunächst einmal ist es wichtig, dass Erzieherinnen und Erzieher interkulturell sensibilisiert werden. Das erste ist also in der Regel ein Workshop zur interkulturellen Sensibilisierung.

Gabi Wiegel (Institut für systemische Fort- und Weiterbildung):

Wir haben nochmal ein bisschen an der Haltung gearbeitet, und es ging darum, den Teilnehmern Handwerkszeug mitzugeben. Das war meiner Kollegin und mir wichtig. Und Handwerkszeug so mitzugeben, dass sie es auch wirklich, also den Mut haben, anzuwenden.

Birgit Scheer-Leineweber (Erzieherin):

Ich nehme ganz viel aus diesem Workshop mit, z. B. auch einen Leitfaden, denn wir haben gerade jetzt ein sehr schwieriges Gespräch zu führen demnächst, ein schwieriges Elterngespräch, und da werde ich auf jeden Fall den Leitfaden mit anwenden.

Franziska Schramm (Projektleiterin „Welcome to my library“):

Mein Wunsch wäre natürlich, dass einfach, also eine Diversität in Bibliotheken eine Rolle spielt.

Alexandra Glöckner-Simon (Erzieherin ZASt – Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber Sachsen-Anhalt):

Dass wir eben einen Ort der Begegnung hatten, wo Kinder auf deutsche Kinder treffen, wo auch deutsche Kinder auf Flüchtlingskinder treffen und Berührungsängste abgebaut werden können, weil sie miteinander einen ganz tollen Vormittag erleben durften. Sie hören zu, sie sind aufmerksam, obwohl sie die Sprache nicht verstehen. Sie nehmen das auf, was ihnen geboten wird. Und eben diese leuchtenden Augen bei den Kindern, das ist der größte Dank.