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Themenfilm „Engagement gegen Homosexuellen- und Transfeindlichkeit“

Volltext-Alternative zum Video

Yamuna Kemmerling (Schülerin):

Es ist wichtig, über Transsexualität oder überhaupt über Sexualität und Gender bzw. Geschlecht zu reden,  da jeder Mensch gleich behandelt werden sollte.

Jochen Kramer (Projektleiter „Andrej ist anders und Selma liebt Sandra“):

Wir haben auch in Deutschland noch keine teilhabegerechte Gesellschaft. Und es gibt eben Gruppen von Menschen, die noch weniger Rechte, weniger Privilegien haben als andere.

Olcay Miyanyedi (Projektleiter „Andrej ist anders und Selma liebt Sandra“):

Das Projekt ist hauptsächlich ein Forschungsprojekt und im Zuge dessen führen wir qualitative Interviews durch. Wir befragen Jugendliche zu ihrer Lebenssituation, indem wir quasi erfahren wollen, wie es denn tatsächlich Jugendlichen, die jetzt sich schwul, lesbisch, bisexuell, transsexuell definieren, geht, die spezifisch natürlich einen Migrationshintergrund haben.

Giuseppina Lettieri (Projektleiterin „Diversity Box“):

Das Modellprojekt diversity box arbeitet an der Schnittstelle von Jugendkulturen und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen. Also wir schauen in Jugendkulturen, wo sind homo- und transfeindliche Entwicklungen und schauen aber genauso in Richtung Empowerment von queeren Künstlerinnen in Jugendkulturen. Und diese beiden Dinge bündeln wir in unseren Workshops mit Jugendlichen.

Sandra Schulzinsky (Lehrerin):

Und das tolle an der diversity box finde ich, dass die Interessen von Schülerinnen und Schülern aufgreifen, also Interessen, die wir in der Schule vielleicht gar nicht umsetzen können. Musik machen, Fotografien machen, Filme machen. Und dann sogar noch die Technik mitbringen. Das ist ein super tolles Angebot. Das können wir so in dem Rahmen in der Schule häufig gar nicht leisten.

Jochen Kramer (Projektleiter „Andrej ist anders und Selma liebt Sandra“):

Wir sind dabei, aus diesen ganzen Ergebnissen jetzt auch das Material zusammenzustellen, diesen Methodenkoffer, wie ich das jetzt mal nenne, mit dem dann z.B. in der Jugendarbeit, aber auch Migrantenorganisationen arbeiten können. Was viele Interviewpartner uns sagen, das ist, dass sie sich wünschen, dass es auch in der Schule und zwar schon ganz früh, altersangemessen thematisiert wird. Dass man auch mal sagt, es gibt auch zwei Männer, die zusammen sind oder zwei Frauen. Dass ihnen das gefehlt hat, als sie selber gemerkt haben, lesbisch, schwul bi- oder transsexuell zu sein, dass sie dann auf keine Infos zurückgreifen konnten, sondern sich das alles selber erarbeiten mussten.

Giuseppina Lettieri (Projektleiterin „Diversity Box“):

Man trifft manchmal auf Gruppen, die sind schon sehr reflektiert. Die beschäftigen sich mit Identität, mit Geschlechterfragen, mit Geschlechtsausdruck und da ist oft das Anliegen, Dinge zu verändern.

Yamuna Kemmerling (Schülerin):

Dann hatten wir überlegt, ob wir das vielleicht zu einer Toilette machen, quasi offen für alle, egal welches Geschlecht. An Toiletten stehen ja oft irgendwie blöde Sprüche oder so, die halt oft sexistisch, rassistisch, homophob etc. sind. Deshalb haben wir gesagt: Okay, vielleicht können wir eine Toilette umbauen. Als eine Toilette, die geöffnet ist für jedes Geschlecht oder überhaupt abgesehen von allem einfach für die Menschen offen ist.

Lotte Hagel (Schülerin):

Meine persönliche Motivation, mich in der Schule oder generell in meinem Leben politisch für solche Themen zu engagieren, ist auf jeden Fall, dass ich will, dass alle Menschen wenigstens die Möglichkeit haben, zu wissen, was alles existiert und was alles existieren kann, damit sie dann erst ein Urteil fällen, darüber, was sie gut oder was sie schlecht finden.

Jochen Kramer (Projektleiter „Andrej ist anders und Selma liebt Sandra“):

Also es ist nach wie vor so, dass Lesben, Schwule, Bi-, Transsexuelle in ihrem Alltag viel Diskriminierung erfahren. Und viele schwul-, lesbisch-, bi- transsexuelle Menschen verhalten sich dann eben auch entsprechend und trauen sich gar nicht, frei zu leben, wie das für heterosexuelle Menschen möglich ist. Sondern sie passen eben oft auf, bin ich sichtbar als schwul-, lesbisch-, bi- transsexueller Mensch.