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Programmvideo des Modellprojekts „Verein(t) gegen Rassismus! Stuttgarter Migrantenvereine gegen Islam-, Muslimfeindlichkeit und Alltagsrassismen!“

Volltext-Alternative zum Video:

Sprecher:

„Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ fördert deutschlandweit auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene Projekte in ihrer Arbeit gegen Rechtsextremismus, Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Das Forum der Kulturen Stuttgart engagiert sich seit 18 Jahren unter anderem gegen aktuelle Formen von Islam- und Muslimfeindlichkeit, auch mit dem aktuellen Projekt.“

Rolf Graser:

„Ja, ‚Verein(t) gegen Rassismus‘ impliziert eigentlich mehrere Bausteine, die eigentlich zu dem Projekt gehören, das ist zum einen natürlich wie auch der Name Verein(t) auch impliziert nämlich Vereine, das es auch sehr stark darum geht, das Thema Antirassismus-Arbeit, Antidiskriminierungsarbeit und Reflexion über Vorurteile, das man dieses Thema auch in die Vereine hineinträgt. Und natürlich auch, das kommt mit dem Namen vereint heraus, dass es auch sehr stark auch um Netzwerkarbeit geht. D.h. also eine weitere Säule ist die Netzwerkarbeit.“

Sprecher:

„Nahezu 40 Prozent der Stuttgarterinnen und Stuttgarter sind in den letzten 50 Jahren zugewandert oder haben zumindest ein Elternteil, das außerhalb Deutschlands geboren wurde. Die familiären Verbindungen erstrecken sich auf 170 Nationen. Diese kulturelle Vielfalt birgt einen enormen Reichtum für alle, stellt die Gesellschaft aber auch vor Herausforderungen.“

Anna Lampert:

„Wir arbeiten jetzt gerade daran, dass wir aus verschiedenen Vereine zentrale Multiplikatoren und Multiplikatorinnen identifizieren, die sich im Verein für das Thema Rassismus und Diskriminierung verantwortlich fühlen und ich wünsche mir dann, das wir dann am Ende aus verschiedenen Vereinen so eine Arbeitsgruppe haben, die zusammen ein wichtiges Teil des Netzwerkes ist gegen Rassismus und Diskriminierung und sich dafür einsetzt und das aber auch in ihrem Verein das Thema platziert, weil man schon sehen muss, das Vereine für ihre Mitglieder, aber auch für die Community Meinungsbildner sind.“ 

Sprecher:

„Das Forum der Kulturen erreicht als Dachverband der Migrantenvereine in Stuttgart die eigenen 110 Mitgliedsvereine und erreicht darüber hinaus 350 Vereine. Afrokids e. V. kümmert sich zum Beispiel um Integration und Re-Integration, die Entwicklung der Völker und setzt sich für Demokratie und diskriminierungsfreies Leben überall in der Welt ein.“

Tshamala Schweizer:

„Das Hauptanliegen ist, dass die Gesellschaft erkennen muss, das die Welt nicht nur aus einer Hautfarbe oder einer Religion oder auch aus einer Herkunft. Die Gesellschaft soll auch lernen nicht nur eine Herkunft zu favorisieren.“

Sprecher:

„Respektvolles Miteinander, vor allem aber auch das Erlernen der Sprache als wichtiger Schlüssel zur Integration sind auch ein Anliegen anderer Vereine im Verbund.“

Dolgor Guntsetseg:

„Sprache ist der Schlüssel für die menschliche Kommunikation. Und wenn jemand in eine neue Gesellschaft kommt, dann sollte er die Sprache in dieser neuen Gesellschaft lernen und andersherum können auch die anderen, die neue, die aufzunehmende Gesellschaft könnten sich auch für die anderen Sprachen interessieren. Weil die Sprache ist ja eine wichtige intellektuelle Erbe des Menschen und deswegen sollten wir nicht nur eine Sprache bevorzugen, wir sollten einfach möglichst viele Sprachen können.“

Sprecher:

„Hauptziel des Modellprojekts “Verein(t) gegen Rassismus! Stuttgarter Migrantenvereine gegen Islam-, Muslimfeindlichkeit und Alltagsrassismen!“ ist es, Migrantenvereine bezüglich gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbesondere Muslimfeindlichkeit, zu sensibilisieren und sie zu motivieren. Viele unterstützen das Forum der Kulturen, wie zum Beispiel beim Versand des monatlichen Rundbriefes. Beim jährlichen Sommerfest der Kulturen helfen über 300 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Anna Lampert:

„Dann haben wir eben unsere Kulturveranstaltungen und Kulturprojekte, da fließt das Thema jetzt auch immer mehr rein. Auf dem Sommerfest der Kulturen haben wir große Banner gegen Rassismus platziert oder bei unseren Theater- und Kulturprojekten ist das einfach als neuer wichtiger Schwerpunkt hinzugekommen, so dass unsere Theaterpädagogin sich jetzt eben gerade diesen Themen widmet und Theaterstücke zu diesen Themen entwickelt.“

Sprecher:

„Der begleitende Theaterworkshop mit dem Thema „Was glaubst du? – Religion heute“ richtet sich insbesondere an Migrantinnen und Migranten, die das Angebot aus Neugier nutzen möchten.“

Boglárka Pap:

„Komischerweise konnten wir letztes Jahr Religion schon gar nicht so richtig ausklammern. Ich finde es großartig, dass wir die Möglichkeit haben, das wir auch die Themen aus den verschiedenen Kultur-Blickwinkeln angucken können und ich hoffe, dass wir die Auseinandersetzung in der Gruppe haben werden. Also da planen wir schon einige Übungen, wo es schließlich in einem geschonten Rahmen aber möglich macht, dass Menschen auch ihre religiösen Überzeugungen miteinander so austauschen können.“

Sprecher:

„Das Forum der Kulturen will die Themen „Rassismus, Muslimfeindlichkeit und Alltagsrassismen!“ bis hinein in die Vereinssatzungen fortschreiben.“

Rolf Graser:

„So eine Charta soll gemeinsam entwickelt werden, das ist ein Diskussionsprozess – also Charta gegen Menschenfeindlichkeit, Charta gegen Islamfeindlichkeit, die dann am Schluss auch über eine Mitgliederversammlung verabschieden lassen und auf diese Weise hoffen wir das sich das dann auch breiter festsetzt und nicht nur so von oben aufgesetzt so eine einmalige Sache sein wird.“

Anna Lampert:

„Ich finde das ist jetzt schon richtig ein Aktionsnetzwerk. Wir haben dann 2016 als Netzwerk zusammen mit dem Forum der Kulturen zum ersten Mal in Stuttgart die internationalen Wochen gegen Rassismus ausgerichtet. Da hatten wir ein groß angelegtes Programm auf die Beine gestellt, eine Woche lang 35 Veranstaltungen vom ganzen Netzwerk bespielt und was auch durch „Demokratie leben!“ entstanden ist jetzt eine Antidiskriminierungsstelle für Stuttgart wo Menschen hingehen können, wenn sie diskriminiert werden und das ist alles aus „Demokratie leben!“ entstanden schon im ersten Jahr! “

Sprecher:

„Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ hat viele Facetten. Es wird gefördert vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.“