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Programmvideo der Bildungsstätte Anne Frank

Volltext-Alternative zum Video:

Sprecher:

„Das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ fördert deutschlandweit Projekte auf Bundes, Landes und kommunaler Ebene. Mehr als 100 Modellprojekte entwickeln und erproben innovative Ansätze im Bereich der Demokratieförderung und der Präventionsarbeit.

Die Bildungsstätte „Anne Frank“ beispielsweise leistet politische Bildungsarbeit. Eines der dort angesiedelten Projekte beschäftigt sich mit aktuellen Formen des Antisemitismus und entwickelt ein neues Format zu Anne Frank."

Deborah Krieg:

„Das heißt, dass wir Jugendliche, Erwachsene, Institutionen, meistens pädagogischen Institutionen, Kommunen beraten in allen möglichen Formen von politisierten Konflikten. Also wann konkret eben Schwierigkeiten auftauchen mit antisemitischen Sprüchen in der Schule, mit Diskriminierungserfahrungen von Jugendlichen mit einer rechten Jugendclique irgendwo im direkten Umfeld, also da zu überlegen, wie kann ich als Person oder wie können wir als Schule, wie können wir als Institution da jetzt gut reagieren, was brauchen wir, was können wir.“

Sprecher:

Die Person der Anne Frank ist nach wie vor weithin bekannt und dient als Türöffner für den Bezug zum historischen Antisemitismus.

Jan Engel:

„Also der Name Anne Frank ist jedem der die Ausstellung betritt ein Begriff. Anne Frank als Person kennt man einfach. Das Tagebuch wird nicht von jeder Schulklasse gelesen und dementsprechend ist einfach der Vorinformationsstand sehr unterschiedlich.“

Sprecher:

Die Bildungsstätte greift aktuelle Bezüge zu antisemitischen Vorfällen auf, die Jugendliche auch in Frankfurt in ihrem Alltag wiederfinden, etwa das Zeigen antisemitischer Plakate auf Demonstrationen, Hakenkreuzschmierereien oder die Zerstörung der Anne-Frank-Kastanie. Die jungen Erwachsenen finden unterschiedliche, persönliche Zugänge zu Anne Frank und ihrer Biografie.

Besucherin:

„Ich höre ja auch sehr oft Radio, deswegen konnte ich mir das so ein bisschen vorstellen, wie sie alle vor dem Radio sitzen und gespannt zuhören.“

Besucherin:

„Auch die Geschichte mit Peter und mit der Anne Frank wird ja auch so beschrieben, dass sie viel geredet haben und auch über persönliche Sachen, die sie nicht mit ihren Eltern oder mit ihrem Vater besprochen hat.“

Sprecher:

Persönliche Bezüge nimmt die Bildungsstätte Anne Frank auch in Workshops zu anderen aktuellen Formen des Antisemitismus oder einer Diskriminierung generell ernst. Die Teamerinnen und Teamer beziehen dabei aktuelle Fragestellungen mit ein:

Ina Hammel:

„Wie geht man damit um, dass Medien zwar nicht die Absicht haben, sich evtl. gedacht haben, ja, wir wollen jetzt die und die Gruppe diskriminieren, aber hier ist aber trotzdem eine diskriminierende Wirkung des Bildes oder des Spiegel-Covers oder des Medien-Covers vorhanden und das eben mit den Schülerinnen und Schülern zu diskutieren ist immer wieder sehr spannend, weil dann oft eher dieser Normalitätsblick von Diskriminierung erst mal vorhanden ist.“

Sprecher:

Der Blick soll geschult werden, um auch andere Formen der Diskriminierung im Alltag zu entlarven. Darauf geht die mobile Ausstellung der Bildungsstätte „Mensch du hast Rechte“ ein.

Deborah Krieg:

„Also das ist tatsächlich alles haptisch, das ist was, wo man was aufmacht, reinguckt. Es ist sehr viel weniger Text, aber sehr viel mehr Aufforderung zum Nachdenken.“

Nicole Broder:

„Zum Beispiel bei der Station Diskriminierung und Wort und Bild, also dass Begrifflichkeiten, wo wir eindeutig sagen, die sind diskriminierend oder diese Begriffe oder Bilder haben eine diskriminierende Wirkung. Davon sind Jugendliche irritiert. Also zum Beispiel bei diesem Bild mit der Grillsauce auf Paprikabasis, dass man sagt, warum ist das jetzt diskriminierend? Diesen Begriff, der da draufsteht zu benutzen, das war ja eigentlich noch nie ein Problem und unsere Eltern verwenden das ja auch und so durch die Generationen, warum ist das jetzt rassistisch oder diskriminierend?“

Sprecher:

Im neuen Modellprojekt "Wenn Anne ein rosa Pali-Tuch trägt. Ein Lernlabor zu Antisemitismus und Jugendkultur in der Migrationsgesellschaft" soll die Interaktion einen noch größeren Stellenwert bekommen.

Deborah Krieg:

„Anne Frank mit dem Palästinenser-Tuch, das wahrgenommen wird als ein Symbol des Wiederstandes ein Jugendkulturelles Symbol des Wiederstandes und trotzdem natürlich eine antisemitische Konnotation hat im Sinne einer Täter-Opfer-Umkehr. Also das ist der spannende Moment und der spannende Dreh- und Angelpunkt an dem neuen Format, das wir entwickeln möchten.“

Sprecher:

Das Bundesprogramm Demokratie leben! hat viele Facetten. Es wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.