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„Demokratie leben!“: Für ein vielfältiges Miteinander

Volltext-Alternative zum Video:

Manuela Schwesig (Bundesfamilienministerin):

“Mit dem Bundesprogramm ‘Demokratie leben!‘ unterstützen wir Initiativen vor Ort. Frauen und Männer, Jugendliche, die sich engagieren für unsere Demokratie.“


[Logo ‘Demokratie leben – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit‘]

Alfred Riermeier (Leiter des Jugend- und Familienreferats, Kaufbeuren):

“Schön ist natürlich an ‘Demokratie leben!‘, dass es ein relativ offenes Programm ist. Es ist ein Programm, das ich runtertragen kann auf die Kommune, auf die Bedürfnisse der Kommune. Es zuschneiden kann, weil wir vor Ort ja wissen: Wo sind Bedürfnisse da, wo ist die Nachfrage da? Und deswe gen kommt es auch gut bei den Bürgern an.“


[Alfred Riermeier steht inmitten einer Gruppe von Jugendlichen und spricht mit diesen über das Projekt. Es folgt ein Schnitt auf Mindmaps zu ‘Demokratie leben!‘]

Manuela Schwesig (Bundesfamilienministerin):

“Ich bin immer wieder auch begeistert wie gerade Schülerinnen und Schüler sich Gedanken machen: Was kann man gegen Rassismus auch ganz konkret im Alltag, zum Beispiel in der Schule, tun?“


[Impressionen von der Veranstaltung: Wandgemälde und Jugendliche, die sich in Gruppen austauschen.]

Christof Deinstorfer (1. Vorsitzender SchOK):

“Ja, ich bin jetzt schon seit einiger Zeit bei SchOK, bei der Schülerorganisation Kaufbeuren aktiv. Und dadurch bin ich auch zu ‘Demokratie leben!‘ gekommen, hab mich mit dem Projekt auseinandergesetzt, fand es ´ne Top-Sache und dachte mir dann: Da musst du dich engagieren! Ja, es handelt sich um ‘ne Ausstellung, die seit dem Jahr 2011 besteht. Befasst sich mit den Opfern des Rassismus hier in Deutschland.“


[Man sieht Jugendliche, die sich Infotafeln durchlesen.]

Adisa Berisha (2. Vorsitzende SchOK):

“Wir fanden es ansprechend und interessant. Es ist auch ein sehr aktuelles Thema. Und wir wollten einfach Interesse wecken und Leute dazu motivieren, dass sie das wirklich mal, sich mal Gedanken machen über dieses Thema.“

Manuela Schwesig (Bundesfamilienministerin):

“Rechtextremismus ist ein großes Problem in unserem Land, aber auch linke Militanz erleben wir. Insbesondere in Städten. Es gibt keinen guten Grund für Gewalt. Ich lehne jede Form von Gewalt ab. Und damit auch jede Form von Extremismus.“


[Eine Infotafel der Ausstellung setzt sich mit der Frage auseinander, was Rechtsextremismus für Jugendliche attraktiv macht.]

Kathrin Nepperschmidt (Leiterin des Regionalzentrums für demokratische Kultur, Mecklenburgische Seenplatte):

“Also ganz wichtig finde ich, da wir ja alle in einem Land unterwegs sind, ist ja so eine gemeinsame Landesstrategie wichtig. Welche Themen haben wir? Welche Themen besetzen auch Rechtsextremisten? Wir haben unsere Bereiche so aufgeteilt, dass wir Kollegen in der Krisenintervention haben, in der Gemeinwesen-Beratung und in der Demokratiebildung. Krisenintervention, das heißt, das ist eine zeitlich begrenzte Beratung bei Vorfällen mit rechtsextremen Hintergründen. Und natürlich die Demokratiebildung, die dann ansetzt in Problemgebieten, die präventiv in Schulen, in Kitas, in Gemeinden aktiv ist.“


[Durch interaktive Tafeln werden Strategien im Team erarbeitet.]

Deborah Krieg (Stellv. Direktorin Bildungsstätte Anne Frank):

“Die Bildungsstätte Anne Frank ist in unterschiedlichen Bereichen tätig. Das heißt, dass wir Jugendliche, Erwachsene, Institutionen, meistens pädagogische Institutionen, Kommunen beraten in allen möglichen Formen von politisierten Konflikten. Also wann konkret eben Schwierigkeiten auftauchen mit antisemitischen Sprüchen in der Schule, mit Diskriminierungserfahrungen von Jugendlichen, mit ´ner rechten Jugendclique irgendwo im direkten Umfeld. Also da zu überlegen: Okay, wie kann ich als Person oder wie können wir als Schule, wie können wir als Institution da jetzt gut reagieren? Was brauchen wir? Was können wir?“


[Es werden Bilder von Anne Frank gezeigt und im Anschluss ein Denkmal im Hof der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen.]

Hubertus Knabe (Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen):

“Ziel des Projektes ist es, sich auch mit aktuellen Formen des Linksextremismus oder Linksradikalismus oder der linken Militanz auseinanderzusetzen. Denn das ist ja ein gemeinsames Merkmal aller links-extremistischer Bewegungen, dass sie denken der Zweck heiligt die Mittel. Gewalt ist erlaubt, weil ich es für die gute Sache tue. Und wozu das führt, kann man eben hier sehr gut beobachten. Nämlich zu Diktatur und Terror und Unterdrückung.“


[Es folgen Aufnahmen von Gefängnisgittern und einem Grenzwachturm.]

Petra Zwaka (Museumsleiterin Jugend Museum Schöneberg):

“Die Idee unseres Projektes ist, hier in dem geschützten Rahmen des Jugendmuseums, der ja auch immer ein bisschen Laborcharakter hatte und ein Experimentierraum ist, eine wie wir immer sagen vorurteilsbewusste Atmosphäre zu schaffen, wo es darum geht, Fragen zu stellen. Wo es auch darum geht, mal Tabu-Fragen zu stellen, die man sich ansonsten nicht traut.“


[Man sieht Totalaufnahme von Jugendlichen, die sich interaktiv mit dem Thema Extremismus auseinandersetzen.]

Schüler:

“Das sind Familien, die beide das gleiche Geschlechtsteil haben und die eine Familie gründen wollen.“


[Es sind Bilder von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgestellt.]

Schülerin:

“Und ich find das auch vollkommen normal. Wenn man sich liebt, dann soll man auch zusammen sein. Und niemand darf dann sagen: Nee, ihr seid schwul, ich find das doof.

Dr. Jochen Müller (Co-Vorsitzender von ufuq.de):

“Wir arbeiten zu Islam, zu Islamfeindlichkeit und zu Islamismus im Rahmen von Islamismus-Prävention. Unsere Beobachtung ist, dass ganz viele Jugendliche unterwegs sind. Die stellen Fragen. Die stellen auch Fragen zu ihrer Religion. Was nicht bedeuten muss, dass sie religiös sind. Aber es ist ein Bestandteil ihrer Identität. Wenn sie diese Räume nicht bekommen, wenn sie keine Angebote bekommen, über diese Fragen zu sprechen, dann kommen eben andere und geben ihre Antworten. Das sind momentan die Salafisten. Da versuchen wir, die Jugendlichen zu schützen.“


[Jugendliche haben Fakten in Bezug auf Islamfeindlichkeit und Islamismus gesammelt und erarbeiten zusammen Erklärungsmodelle für beide Phänomene.]

Manuela Schwesig (Bundesfamilienministerin):

“Hate speech im Internet ist auf dem Vormarsch. Ich brauch mir nur selber meinen Facebook-Account oder Twitter-Account anzuschauen. Dann denkt man manchmal: Mit sozialen Medien hat das gar nichts zu tun, denn andere zu beleidigen unter der Gürtellinie, Hass und auch teilweise zu Gewalttaten aufzurufen, das hat nichts mehr mit Sozialem zu tun. Und gerade diese Auseinandersetzungen im Internet sind auf dem Vormarsch und verhindern oft auch sachliche Diskussion und deshalb wollen wir auch dagegen vorgehen. Weder auf der Straße noch im Netz haben Rassismus, Hass und Gewalt etwas zu suchen.“


[Es sind Schilder in Herzform zu sehen, auf denen sich für eine Welt ohne Hass und Gewalt ausgesprochen wird. Eine Gruppe von Menschen hält diese Schilder hoch.]

Manuela Schwesig (Bundesfamilienministerin):

“Die Demokratie ist unheimlich anstrengend, aber sie ist eben wertvoll, weil der Inhalt ist ja, dass man Meinung miteinander fair austrägt, dass man sich mit Respekt begegnet, dass man ringt um die beste Lösung, auch wenn der Weg manchmal schwierig ist. Ein Miteinander kann nicht durch Politik oder Gesetze verordnet werden, sondern das hängt von den Menschen vor Ort ab. Wir können das unterstützen. Das tun wir gerne. Aber es liegt in der Hand jedes Einzelnen.“


[Logo ‘Demokratie leben – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit‘]