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Das Modellprojekt „Jugend im Land 3.0“ stellt sich vor

Volltext-Alternative zum Video:

Sprecher:

Im beschaulichen Seehausen in Sachsen-Anhalt sollen sich die Jugendlichen in die Kommunalpolitik einmischen. Der Verein KinderStärken e. V. führt das Modellprojekt „Jugend im Land 3.0“, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben gefördert wird. Es schafft die Grundlage für demokratische Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum.

Anja Demme (Projektleiterin KinderStärken e. V.):

„Wir haben versucht es so zu regeln, ihnen erstmal überhaupt ihr Recht auf Beteiligung gemäß der UN-Kinderrechtskonvention nahe zu bringen und ihnen dann die Möglichkeit zu bieten, ihre Perspektive an Verantwortungstragende heranzutragen.“

Sprecher:

„Das Besondere am Modellprojekt: Die Jugendlichen beteiligen sich mithilfe von Onlineanwendungen wie WhatsApp oder Computerspielen aktiv an der lokalen Politik.“

Jasmin Blume (Schülerin):

„Das ist halt nicht wirklich jungendgerecht. Und dann habe ich mir gedacht, kommst du hier mal her und dann hieß es Minecraft und ich spiele hobbymäßig Minecraft und dann gut, war mein Herz erobert.
Wir hatten ja den Seehauser Bahnhof in Erinnerung – also wir wissen ja, wie er aussieht und haben den erstmal so nachgebaut. Und dann haben wir halt überlegt, wie man den Fahrstuhl da einbauen könnte, so dass das ganze behindertengerechter wird. Schlussendlich ist halt das bei rausgekommen.“

Sprecher:

„Online-Kommunikationsformen helfen, die Hemmschwellen für Jugendliche zu senken, um sich zu engagieren:“

Jasmin Blume (Schülerin):

„Weil ich es mag, mich politisch zu engagieren, weil ich es toll finde, dass man auch mit den hohen Tieren aus Seehausen kommunizieren kann und halt direkt an sie heran kommt, weil ich merke, dass man gemeinsam was schafft und man so der älteren Generation auch zeigen konnte, dass die Jugendlichen immer nicht nur vorm PC sitzen und sich keine Gedanken darum machen, wie es in Seehausen aussieht, sondern halt das komplette Gegenteil.“

Sprecher:

„Seit mittlerweile einem Jahr findet hier regelmäßig eine Jugendkonferenz statt, bei der sich die jungen Erwachsenen mit den Lokalpolitikerinnen und Politikern und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern austauschen können. Gemeinsam werden die Ideen der Jugendlichen diskutiert und in die politische Planung miteinbezogen. So gelingt es, die Wünsche der Teenager und die Bedürfnisse der Gemeinschaft zusammenzubringen. Das Engagement der Jugendlichen kommt auch beim Bürgermeister gut an. Denn es hilft dabei, Vorurteile auch auf Seiten der erfahrenen Politikerinnen und Politiker abzubauen.

Rüdiger Kloth (Verbandsgemeindebürgermeister Seehausen):

Ich bin sehr zufrieden mit der Konferenz, weil meine Erwartungshaltung war vom Grundsatz her gar nicht so hoch. Ja? Also ich hatte eher geglaubt, dass junge Leute mehr an sich denken und weniger an die Gemeinschaft. Und das ist nicht der Fall. Im Gegenteil, sie haben sich sogar Gedanken gemacht um ältere Leute vor allen Dingen auch, um Leute mit Handicap, mit Behinderung. Nicht mal um Dinge, die wirklich viel Geld kosten, sondern manchmal sind es auch die Kleinigkeiten, die viel bringen. Sie laufen mit offenen Augen durch die Gegend, sehen defekte Bänke, sehen Stellen, wo Papierkörbe fehlen, machen sich auch Gendanken um die Sicherheit von Schülern auf dem Schulweg und so weiter, da war ich schon beeindruckt.

Dr. Walter Fiedler (Stadtrat der Hansestadt Seehausen):

„Vor einem Jahr wurde ja hier in Seehausen die erste Jugendkonferenz durchgeführt und da mir klar ist, dass die Jugend eine ganz wichtige Aufgabe in der weiteren Gestaltung unserer Region hat, war auch klar, dass ich an dieser Konferenz teilnehme, dass wir die Jugendlichen auch anleiten und unsere Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens gesammelt haben, ihnen übergeben können, damit sie es vielleicht ein bisschen besser machen, als wir es gemacht haben.“

Sprecher:

„Patenschaftsverträge sollen dabei helfen, die gemeinsam diskutierten Ziele in die Tat umzusetzen.“

Anja Demme (Projektleiterin KinderStärken e. V.):

„Also da sind Ideen und Anliegen zu Tage gekommen, wo alle gesagt haben, ja, das wollen wir gerne zusammen angehen, da erklären wir uns gemeinschaftlich verantwortlich dafür.“

Sprecher:

„Kinder und Jugendliche unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft setzen sich konkret mit den Problemlagen in ihrem Lebensumfeld auseinander und gestalten so das Zusammenleben in ihren Heimatgemeinden mit.“

Rüdiger Kloth (Verbandsgemeindebürgermeister Seehausen):

„Aus meiner Sicht ist das große Ziel unsere Jugendlichen mit einzubinden in die Kommunalpolitik und tatsächlich wissen wir gar nicht wie die heutige Jugend im Vergleich zu unserem Jugendalter tickt.“

Sprecher:

„Im Rahmen des Projektes „Jugend im Land 3.0“ werden gemeinsam mit den Akteuren der Gemeinden passgenaue Strategien zur nachhaltigen Verankerung von Kinder- und Jugendbeteiligung erarbeitet. So sind die Heranwachsenden dafür gewappnet, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen.“