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Modellprojekte zu ausgewählten Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und zur Demokratiestärkung im ländlichen Raum

Modellprojekte entwickeln und erproben innovative Ansätze im Bereich der Demokratieförderung und Präventionsarbeit. Sie setzen an dringenden Fragen und Problemen an, werden wirkungsorientiert geplant und umgesetzt und sind partizipativ gestaltet. Bewähren sich die in den Modellprojekten erprobten Methoden und Ansätze, sollen die in der Projektarbeit gewonnen Erkenntnisse auf die Arbeit anderer Träger oder Förderbereiche, insbesondere der Kinder- und Jugendhilfe, übertragen werden. Ziel ist die Weiterentwicklung pädagogischer Praxis unter Berücksichtigung spezifischer lokaler Strukturen und deren Überführung in die Regelstrukturen. Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ unterstützt Modellprojekte, die sich speziellen Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit widmen, in den folgenden Bereichen:

Rassismus und rassistische Diskriminierung: Rassismus beruht auf einer Ideologie der Ungleichwertigkeit, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass die Ausübung gleicher Rechte und der gleiche Zugang zu Ressourcen beeinträchtigt werden. Es werden Maßnahmen gefördert, die die Handlungskompetenz von Institutionen, Bildungseinrichtungen und Betroffenen im Umgang mit rassistischer Diskriminierung stärken sowie zur Bewusstseinsbildung für Rassismus als gesellschaftliches Problem beitragen. Adressiert werden Formen unmittelbarer als auch mittelbarer und intersektionaler Diskriminierung sowie die aktuellen Herausforderungen im Zuge der Flüchtlingsthematik.

Aktuelle Formen des Antisemitismus: Antisemitismus als Feindseligkeit gegen Jüdinnen und Juden artikuliert sich vielfältig und hat verschiedene Begründungsformen. Die geförderten Projekte setzen sich mit den Antisemitismus­phänomenen der Gegenwart auseinander und entwickeln konkrete Ansätze und Angebote. Besonders gefördert werden Projekte gegen antizionistischen und sekundären Antisemitismus.

Antiziganismus: Antiziganismus als Feindseligkeit gegen Sinti und Roma reicht von der tradierten Vorurteilsverbreitung bis hin zu gewaltbereiten Übergriffen. Ziel der geförderten Projekte ist es, Handlungsmodelle zivilgesellschaftlichen Engagements zu entwickeln und der Ethnisierung gesellschaftspolitischer Probleme zu Lasten von Sinti und Roma entgegenzuwirken.

Aktuelle Formen von Islam-/Muslimfeindlichkeit: Islam- bzw. Muslimfeindlichkeit beschreibt eine Ablehnung aufgrund einer tatsächlichen oder zugeschriebenen Religionszugehörigkeit zum Islam. Die geförderten Projekte tragen dazu bei, Anerkennung und Verständigung zu stärken und Konflikte zu bewältigen, bei denen die Faktoren Kultur, Ethnizität, Herkunft oder Religion eine Rolle spielen.

Homosexuellen- und Transfeindlichkeit: Homosexuellen- und Transfeindlichkeit zeigen sich in der Stigmatisierung und Ablehnung von Menschen aus dem LGBTI-Bereich (Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle) sowie deren Lebensweisen. Es werden Maßnahmen gefördert, die zur Akzeptanz gleichgeschlechtlicher, trans- und intergeschlechtlicher Lebensweisen beitragen, Vorurteile gegen diese Gruppen abbauen helfen und sich gegen Diskriminierung und Gewalt auf Grund von Geschlecht bzw. Gender, Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung richten.

Darüber hinaus werden Modellprojekte gefördert, die in der Arbeit gegen Rechtsextremismus, Gewalt und gruppen­bezogener Menschenfeindlichkeit die besonderen Strukturen und Rahmenbedingungen im ländlichen, struktur­schwachen Raum in den Fokus nehmen. Hierbei geht es darum, die demokratische Kultur vor allem junger Menschen zu stärken und neue Formen der Konflikt- und Problemlösung zu erproben.

Antidiskriminierung und Frühprävention im Vorschulalter: Rassistischen Diskriminierungen und Diskriminierungen aufgrund der Religionszugehörigkeit sowie der geschlechtlichen und sexuellen Identität entgegenzuwirken ist bereits im Vorschulalter von Bedeutung. Es werden deshalb Projekte gefördert, die vor allem pädagogische Fachkräfte sowie Elternvertreterinnen und Elternvertreter im vorschulischen Bereich zum Umgang mit Vorurteilen, Diskriminierung und Vielfalt befähigen. Insbesondere werden Maßnahmen unterstützt, die das Empowerment von (potenziell) von Diskriminierung betroffenen Kindern und die Unterstützung betroffener Eltern zum Ziel haben sowie Projekte, die einen möglichen Einfluss von rechtsextremistischen Akteuren im frühkindlichen Bereich vorbeugen.

Die Förderbedingungen sind den Förderleitlinien für das Jahr 2017 zu entnehmen.