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Telegram: Zwischen Gewaltpropaganda und "Infokrieg"

20.07.2020

In einer Schwerpunktrecherche hat jugendschutz.net untersucht, wie Rechtsextreme den Messenger-Dienst Telegram nutzen und welche Propagandainhalte sie dort verbreiten. Dabei wurden Inhalte, die eindeutig gegen den Jugendmedienschutz verstoßen wie Volksverhetzungen, Holocaust-Leugnungen oder Gewaltaufrufe, an den Betreiber gemeldet. Die Ergebnisse der Schwerpunktrecherche liegen nun in einem Bericht vor. Ein Ergebnis: Telegram jedoch reagiert laut Rechercheergebnis bislang nur unzureichend auf die Meldungen.

Titel des Reports "Telegram: Zwischen Gewaltpropaganda und 'Infokrieg'"

Der Messenger-Dienst Telegram wird dem Bericht zufolge seit Ende 2017 zunehmend auch von Rechtsextremen in ihre Medienstrategie eingebunden. Insbesondere im Verlauf des letzten Jahres hat der Dienst stark an Relevanz gewonnen. Rechtsextreme wähnen sich hier sicher vor Verfolgung und können ihre Propaganda störungsfrei verbreiten. So werben sie auch für ihre Kanäle und Gruppen als "zensurfreie Alternative" auf den großen, jugendaffinen Plattformen. Der Dienst, der zunehmend Interaktionsmöglichkeiten klassischer sozialer Netzwerke wie Like-, Kommentar-, Share- und Umfragefuktionen integriert, wird so als Ausweichplattform verstanden und daneben zur internationalen Vernetzung, Koordination und als Materialsammlung genutzt.

Auch rechtsterroristische Kanäle finden sich auf Telegram. Hier werden Anschlagsziele formuliert, Terrorhandbücher verbreitet und Anleitungen zum Waffenbau geteilt. Rechtsextreme Attentäter werden als Helden verehrt, Gewalt wird offensiv propagiert. Der Betreiber ging auch nach Meldungen von jugendschutz.net gegen solche öffentlich einsehbare Inhalte, die eindeutig gegen den Jugendmedienschutz verstoßen, nur ungenügend vor. Ob verbotene Kennzeichen, Volksverhetzungen, Holocaust-Leugnungen, Aufrufe zur Gewalt: Der weitaus überwiegende Teil wurde nicht entfernt.

Der Report "Telegram: Zwischen Gewaltpropaganda und 'Infokrieg'" ist auf hass-im-netz.info zu finden.