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Neuer BAMF -Bericht: Beratungsstelle „Radikalisierung“ als Frühwarnsystem bewährt

09.02.2018

Immer mehr Eltern und nahe Angehörige von sich eventuell radikalisierenden Personen melden sich bei der Beratungsstelle „Radikalisierung“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ( BAMF ) und ihren bundesweiten Partnerberatungsstellen. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Forschungsbericht hervor. Dabei habe sich die Beratungsstelle als ein Frühwarnsystem bewährt, das einen bundesweiten Überblick über aktuelle Entwicklungen und Trends habe.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ( BAMF ) hat am 05.02.2018 einen Forschungsbericht der Politologin Milena Uhlmann über die Arbeit der BAMF -Beratungsstelle „Radikalisierung“ veröffentlicht. Die Wissenschaftlerin im Bundesamt hat dafür im Zeitraum April 2016 bis August 2017 Beratende der Beratungsstelle interviewt sowie Mitarbeitende in den zivilgesellschaftlichen Partnerberatungsstellen, die unter der Bezeichnung „Partner vor Ort“ laufen. Außerdem wertete sie Protokolle von Beratungsgesprächen und Anrufen bei der Hotline aus. Die Beratungsstelle soll das soziale Umfeld sich (potenziell) radikalisierender Personen festigen und einen Prozess der Deradikalisierung anstoßen.

Seit dem Start der Hotline 2012 bis Ende 2016 gingen fast 3.200 Anrufe ein, aus denen sich gut 850 Beratungsfälle ergaben. Die Beratungsstelle „Radikalisierung“ arbeitet mit der Arbeitsgruppe Deradikalisierung im Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum, dem Bundesnachrichtendienst, dem Bundesamt für Verfassungsschutz und der Bundespolizei sowie mit Landeskriminalämtern und Verfassungsschutzbehörden zusammen. Die Zusammenarbeit zwischen dem BAMF und den jeweiligen Sicherheitsbehörden bewerteten die Beteiligten laut Forschungsbericht als sehr professionell und gut.

Beratungsbedarf steigt

Die Autorin rechnet damit, dass der Beratungsbedarf und die Zahl der relevanten Akteure im Bereich der Deradikalisierung zunehmen werden. Sie zieht den Schluss, dass sich die Beratungsstelle im BAMF und die Struktur ihrer Kooperation mit Beratungsstellen bei lokal verwurzelten zivilgesellschaftlichen Trägern und behördlichen Akteuren aus dem Sicherheitsbereich bewährt haben. Durch die Professionalisierung könnten präzise Tätigkeitsbereiche besser definiert und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Netzwerkakteure im Bereich der Deradikalisierung genauer voneinander abgegrenzt werden.

Den Bericht finden Sie zum Herunterladen auf der Seite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

 

Im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ werden Landes-Demokratiezentren bei der Weiterentwicklung von Konzepten und Strategien zur Förderung von Demokratie und Vielfalt unterstützt. Dazu gehören auch Angebote der Distanzierungs- und Ausstiegsberatung, an die sich Personen, die sich aus dem Einflussbereich demokratiefeindlicher, gewaltbereiter Gruppierungen lösen wollen, wenden können. Auch Angehörige können das Beratungsangebot nutzen.

Weitere Infos unter demokratie-leben.de/landes-demokratiezentren