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Junge Menschen für den Umgang im Internet befähigen und stärken

23.10.2018

Viele Kinder und Jugendliche werden online Opfer von sexualisierter Anmache und rechtsradikalen Ködern. Bei einem Besuch bei jugendschutz.net forderte Dr. Franziska Giffey daher ein modernes Jugendmedienschutzgesetz.

Dr. Franziska Giffey informierte sich bei jugendschutz.net über Risiken im Internet
Dr. Franziska Giffey informierte sich bei jugendschutz.net über Risiken im Internet; Bild: jugendschutz.net

Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey hat am 22. Oktober in Mainz jugendschutz.net besucht. Sie betonte, dass junge Menschen für den Umgang im Internet befähigt und gestärkt werden müssen.

Jugendschutz.net stellte der Bundesjugendministerin Beobachtungen zu sogenannten Interaktionsrisiken im Netz vor. Ein Schwerpunkt war der „Bericht 2017: Rechtsextremismus im Netz“. Er zeigt, mit welchen Mitteln Rechtsextreme Kinder und Jugendliche im Netz zu ködern versuchen. Dokumentiert wurden allein im Jahr 2017 1.228 Fälle mit mehr als 1.340 Verstößen wie Volksverhetzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Holocaustleugnungen. In rund 90 Prozent der Fälle wurde durch jugendschutz.net eine Löschung oder Sperrung erreicht.

Dr. Franziska Giffey:

„Wir müssen Jugendlichen helfen, demokratiefeindliche Inhalte im Netz zu erkennen und ihnen konkrete Tipps geben, wie sie damit umgehen können. Auch die Provider müssen wir in die Pflicht nehmen. Gefährdende Inhalte müssen schnell gelöscht werden oder dürfen gar nicht erst ins Netz kommen. Der Schutz, der in der analogen Welt gilt, muss auch online gelten.“

 

Dies bezieht sich nicht nur auf extremistische Inhalte, sondern vor allem auch für die im interaktiven Web 2.0 besorgniserregend angestiegene sexuelle Anmache von Kindern und Jugendlichen, dem sogenannten Grooming.

Dr. Franziska Giffey:

„Auch bei der Bekämpfung von sexualisierter Anmache und dem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen im Netz ist jugendschutz.net ein zentraler Partner. Wir wollen dafür sorgen, dass unser Jugendschutzgesetz, das aus dem Zeitalter von CD-ROMs stammt, im digitalisierten 21. Jahrhundert ankommt. Dafür werden wir die Erkenntnisse von jugendschutz.net nutzen und ein modernes Jugendmedienschutzgesetz erarbeiten.“

 

Jugendschutz.net ist das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet und wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.