Zum Inhalt springen Zum Hauptmenü springen Zum Servicemenü springen

Gemeinsame Grundlage in der Arbeit gegen Antisemitismus

20.09.2017

Die Bundesregierung hat beschlossen, sich der von der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA) verabschiedeten Arbeitsdefinition von Antisemitismus anzuschließen. Damit unterstreicht sie ihr Engagement bei der Bekämpfung von Antisemitismus auf nationaler und internationaler Ebene.

Dr. Andreas Eberhardt, Dr. Meron Mendel und Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley, Bildnachweis: BMFSFJ
Dr. Andreas Eberhardt, Dr. Meron Mendel und Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley, Bildnachweis: BMFSFJ

Die Arbeitsdefinition soll insbesondere in der Schul- und Erwachsenenbildung sowie bei der Ausbildung in den Bereichen der Justiz und Exekutive berücksichtigt werden. Damit soll es unter anderem erleichtert werden, bestimmte Straftaten einheitlich als antisemitisch einzuordnen.

„Antisemitismus muss beim Namen genannt werden. Das beste Mittel gegen Hass und Intoleranz bleibt Bildung und Mitmenschlichkeit. Ich freue mich, dass es mit der Arbeitsdefinition nun eine gemeinsame Grundlage in der Arbeit gegen Antisemitismus gibt. Das ist auch ein gutes Signal für die vielen Verbände, die sich im Bereich der Antisemitismus-Prävention engagieren“, sagte Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley.

Unter Anwesenheit von Botschafter Dr. Felix Klein, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die Beziehungen zu jüdischen Organisationen und Antisemitismusfragen, sowie führenden Vertreterinnen und Vertretern der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit berichtete die Bundesministerin im Rahmen eines Expertengesprächs über den Beschluss der Bundesregierung.

Im Rahmen der Veranstaltung, die im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) stattfand, übergaben der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Dr. Meron Mendel, und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“, Dr. Andreas Eberhardt, Bundesfamilienministerin Dr. Barley den Sammelband „Fragiler Konsens. Antisemitismuskritische Bildung in der Migrationsgesellschaft.“ Die Publikation versammelt Beiträge der Tagungsreihe „Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft", die seit dem Jahr 2017 auch durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert wird.

Das BMFSFJ fördert im Rahmen von „Demokratie leben!" 40 Maßnahmen und Projekte von Trägern im Feld der Antisemitismus-Prävention. Darüber hinaus befassen sich zahlreiche im Bundesprogramm geförderte Projekte mit Fragen und Ansätzen der Antisemitismus-Prävention aus einer phänomenübergreifenden Perspektive.