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Fachgespräch „Gewaltorientierter Islamismus – Herausforderungen für die pädagogische Praxis“ am 15.01.2015

19.01.2015

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, pädagogischer Fachpraxis und anderen problemrelevanten zivilgesellschaftlichen und staatlichen Institutionen diskutierten am 15. Januar 2015 im Bundesfamilienministerium über pädagogische Strategien, um Jugendlichen, die für gewaltbereiten Islamismus anfällig sind, demokratische und gewaltfreie Alternativen aufzuzeigen.

Ziel der Veranstaltung war es,

  • zentrale Herausforderungen aus einer Perspektive zu definieren, die die Förderung und Unterstützung junger Menschen ins Zentrum stellt,
  • konkreten pädagogischen Handlungsbedarf zu identifizieren und
  • Ansatzpunkte für die  (Weiter-)Entwicklung pädagogischer Angebote im Themenfeld zu diskutieren.

Die Veranstaltung diente auch dazu, erste Empfehlungen für mögliche Schwerpunktsetzungen im Themenfeld im Rahmen des neuen Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ zu erarbeiten.

Als konkrete Handlungsbedarfe wurden zum einen mehr empirisches Wissen und eine gezielt an Praxisfragen orientierte Forschung zum Thema, zum anderen eine verstärkte Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher und staatlicher Institutionen in der Praxis benannt. Hierbei wurde insbesondere eine verbesserte Einbindung muslimischer Verbände und Gemeinden hervorgehoben. Als eine dringliche Aufgabe wurde zudem die Sensibilisierung von Akteuren in den Regelstrukturen identifiziert, um Gefährdungen frühzeitig erkennen und auf diese in adäquater Weise reagieren zu können.

Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass Prozesse jugendlicher Radikalisierung nicht isoliert, sondern als Bestandteil gesellschaftlicher Konfliktdynamiken zu betrachten sind. Insofern könne auch die jugendpolitische und pädagogische Auseinandersetzung mit gewaltorientiertem Islamismus nicht losgelöst von Ausgrenzungserfahrungen und muslimfeindlichen Tendenzen thematisiert werden, mit denen sich junge Muslime in Teilen dieser Gesellschaft konfrontiert sehen.

Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung durch die Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention und die wissenschaftliche Begleitung des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ am Deutschen Jugendinstitut.

Arbeits- und Forschungsstelle Rechtsextremismus und Radikalisierungsprävention am Deutschen Jugendinstitut