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Antidiskriminierungsstelle veröffentlicht Bericht über Diskriminierungserfahrungen in Deutschland

03.01.2018

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat den Ergebnisbericht der Studie über Diskriminierungserfahrungen in Deutschland veröffentlicht, den das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin in ihrem Auftrag erstellt hat. Die Studie liefert eine umfassende Zustandsbeschreibung und zeigt auf, dass Diskriminierungserfahrungen von einem großen Teil der Bevölkerung gemacht werden und dabei in vielfältiger Weise auftreten.

Die zentrale Frage der Studie lautete: Wie wird Diskriminierung in Deutschland erlebt? Da die Datenlage in Deutschland zu Diskriminierung und Diskriminierungserfahrungen bislang nur wenig belastbar war, hat das Forschungsteam zum einen eine telefonische, für die Gesamtbevölkerung repräsentative Befragung mit rund 1.000 Befragten durchgeführt.

An einer zweiten Befragung beteiligten sich mehr als  18.000 Menschen ab 14 Jahren. Sie haben über selbst erlebte oder beobachtete Diskriminierungserfahrungen online und mit Papierfragebögen detailliert von je zwei besonders einschneidenden Diskriminierungssituationen berichtet. Die Betroffenenbefragung ist damit die größte, die es bislang in Deutschland zu diesem Thema gegeben hat.

Die Studie untersuchte dabei insbesondere, in welchen Lebensbereichen und mit welchen Auswirkungen Diskriminierung erlebt wird und wie Betroffene auf Diskriminierung reagieren. Im Ergebnis wird etwa deutlich, dass Personen in unterschiedlichem Ausmaß Diskriminierung erfahren – oder diese unterschiedlich stark wahrnehmen. Auch die Art und Weise, wie Menschen Diskriminierung erfahren, unterscheidet sich deutlich zwischen verschiedenen Diskriminierungsmerkmalen und -kategorisierungen.

Bei der Wahrnehmung von Diskriminierung zeigte sich zum Beispiel eine besonders hohe Sensibilität für die Diskriminierung von Jüdinnen und Juden sowie von Schwarzen Menschen. Deutlich geringer war dagegen die Diskriminierungswahrnehmung bei klischeehaften Darstellungen von Frauen. Bei Schwulen wurde die gleiche Situation eher als Diskriminierung wahrgenommen als bei Lesben.

Abschließend in der Studie nennt das Forschungsteam übergreifende Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft.

Den Bericht „Diskriminierungserfahrungen in Deutschland“ können Sie von der Internetseite der Antidiskriminierungsstelle herunterladen.