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Zwischen teilen und vernetzen

Modern, schlicht und funktional. Das Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA) hat seine digitale Bibliothek überarbeitet. Ansgar Drücker stellt die wichtigsten Neuerungen vor.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Couragiert-Magazin. Nähere Informationen finden Sie unter www.couragiert-magazin.de.

Smartphone mit der Internetseite der Vielfalt-Mediathek, Bildnachweis: Nemjamin Jenak
Smartphone mit der Internetseite der Vielfalt-Mediathek, Bildnachweis: Nemjamin Jenak

Couragiert-Magazin: Herr Drücker, IDA unterhält seit vielen Jahren die „Vielfalt-Mediathek“. Was kann man sich darunter vorstellen

Ansgar Drücker: Wir stellen dort Materialien zusammen, die im Rahmen der unterschiedlichen Bundesprogramme gegen Rechtsextremismus entstehen. Zurzeit umfasst diese Sammlung über 2100 Medien. Sie reicht von Broschüren über Unterrichtsmaterialien bis hin zu Filmen. Auch für das neue Förderprogramm „Demokratie leben!“ haben wir diese Aufgabe übernommen. Die Nutzerinnen und Nutzer können die Inhalte kostenlos abrufen und ausleihen. Das fördert auch die Vernetzung, da viele Ansätze und Projektideen übertragbar sind. Die Mediathek verbindet bewährte Herangehensweisen mit neuen Impulsen für die pädagogische Arbeit.

Couragiert-Magazin: Warum braucht es eine solche Plattform?

Ansgar Drücker: Rechtsextremismus ist immer noch eine alltägliche Bedrohung und rechtsextreme Einstellungen sind weit verbreitet. Das beweisen nicht nur die NSU-Morde, sondern auch die aktuellen Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Sarrazin, Pegida und Co. machen deutlich, dass es einen ebenso bedrohlichen Rassismus in der Mitte der Gesellschaft gibt. Trotz zahlreicher Projekte, Kampagnen und politischer Sonntagsreden ist Alltagsrassismus jeden Tag zu spüren, durch vielfältige Diskriminierung und einen häufig unangemessenen oder rassistischen Sprachgebrauch. Unsere Plattform gibt Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der schulischen und außerschulischen Bildung, aber auch anderen Interessierten, Werkzeuge an die Hand, um demokratiefeindlichen Einstellungen entgegenzutreten.

Couragiert-Magazin: Welche Themen werden besonders nachgefragt?

Ansgar Drücker: Abgefragt wird natürlich die gesamte Bandbreite. Besonders im Fokus stehen aber Materialien zu Strategien der extremen Rechten und möglichen Gegenaktionen sowie Materialien zur allgemeinen Präventionsarbeit. Viele informieren sich auch über Wege, die zu einem besseren Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft beitragen.

Couragiert-Magazin: Sie haben den Auftritt komplett überarbeitet. Was ist neu?

Ansgar Drücker: Im Herbst dieses Jahres starten wir mit einem Podcast-Magazin, um mit Expertinnen und Experten Informationen zu Rassismus, Asyl, Diversität oder religiösem Extremismus aufzubereiten und über neue Entwicklungen zu diskutieren. Zusätzlich erstellen wir thematische Dossiers und greifen Herausforderungen auf, die sich in der pädagogischen Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Intoleranz stellen.

Neu ist auch eine Datenbank zur Rechtsextremismusprävention, die Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Projekten bündelt, die bislang über das Familienministerium gefördert wurden. Zudem bieten wir spezielle Themenpakete an, zum Beispiel „Rassismus und soziale Netzwerke“.

Couragiert-Magazin: Wie können sich die Projekte des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ beteiligen?

Ansgar Drücker: Die Projektträgerinnen und -träger senden uns ihre Materialien zu und erteilen uns schriftlich eine Nutzungserlaubnis. Wir stellen die Materialien auf unserer Seite vor und bieten sie zum Verleih an.

Das Interview führte Hans Lorenz.