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Aufruf zur Interessenbekundung

im Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“

im Programmbereich I „Förderung von Modellprojekten zur Stärkung des Engagements im Netz – gegen Hass im Netz“

in den Themenfeldern:

a)    Stärkung der Demokratie und des zivilgesellschaftlichen Engagements im Netz
b)    Radikalisierungsprävention im Netz

 

1. Zielsetzung des Bundesprogramms

Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Vereine und Initiativen, die sich der Förderung von Demokratie und Vielfalt widmen, gegen Rechtsextremismus, Gewalt sowie Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit arbeiten und präventiv gegen Radikalisierung wirken. Das Bundesprogramm verfolgt dabei einen jugend- und engagementpolitischen Ansatz und zielt u. a. auf die Einbindung und Förderung von lokalen Akteuren ab, um zivilgesellschaftliche Strukturen und zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken.

2. Gegenstand der Interessenbekundung

Im Rahmen des Programmbereichs I „Förderung von Modellprojekten zur Stärkung des Engagements im Netz – gegen Hass im Netz“ des Bundesprogramms werden Modellprojekte gefördert und wissenschaftlich begleitet. Die geförderten Modellprojekte können inhaltlich und methodisch unterschiedliche Ausprägungen von Hassrede (Darunter wird u. a. verstanden: bewusste Herabsetzung und Bedrohung bestimmter Menschen und Menschengruppen – in Wort, Bild und Ton - aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Minderheit (gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit) sowie alle Ausdrucksformen von Hass, die auf Intoleranz gründen, Hass propagieren, dazu anstiften, Hass fördern oder rechtfertigen.) in Zusammenhang mit Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie politisch oder religiös begründeter Radikalisierung bearbeiten. Bereits bestehende Ansätze sollen dabei an aktuelle Herausforderungen und Rahmenbedingungen angepasst und weiterentwickelt werden.

Antragsteller wählen ein Themenfeld, dem das geplante Modellprojekt schwerpunktmäßig zuzuordnen ist. Die Wahl mehrerer Themenfelder innerhalb eines Projektantrages ist nicht möglich.

a)    Stärkung der Demokratie und des zivilgesellschaftlichen Engagements im Netz

Schwerpunkte und mögliche Maßnahmen im Themenfeld sind:

  • Maßnahmen zur Schaffung von niedrigschwelligen Lern- und Erfahrungsräumen im Internet, die Beteiligung fördern und die Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit von Heranwachsenden im Netz stärken.
  • Entwicklung von innovativen pädagogischen Formaten und Informationsmaterialien zur Vermittlung von Kompetenzen und zielgruppenadäquaten Handlungsstrategien an Kinder, Jugendliche, Eltern, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie pädagogische Fachkräfte beim Umgang mit Hassrede, Hetze und Verschwörungsideologien im Internet und insbesondere im sozialen Netzwerken.
  • Ansätze zur Resilienzstärkung, Identitätsstärkung und zur Selbstwirksamkeitserfahrung, Formate, Initiativen kollektiver Maßnahmen im Netz, Ansätze zur Entwicklung alternativer Narrative und Selbstdarstellungen von Betroffenen von Hassrede und Hetze im Netz.
  • Entwicklung und Erprobung von pädagogisch-didaktischen Formaten zur kritischen Mediennutzung.
  • Entwicklung und Erprobung von zielgruppenadäquaten Fortbildungsmodulen und -materialien, Informations- und Fortbildungsmaterialien zu Hassrede und Hetze im Netz für unterschiedliche Zielgruppen.
  • Innovative Maßnahmen zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements im Netz für einen respektvollen Umgang miteinander und demokratischer Prinzipien.

b)    Radikalisierungsprävention im Netz

Schwerpunkte und mögliche Maßnahmen im Themenfeld sind:

  • Entwicklung von innovativen präventiv-pädagogischen Formaten und Informationsmaterialien zur Vermittlung von Kompetenzen und zielgruppenadäquaten Handlungsstrategien an Kinder, Jugendliche, Eltern, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie pädagogische Fachkräfte beim Umgang mit politisch oder religiös motivierter ideologischer Radikalisierungspotenziale im Internet und insbesondere in sozialen Netzwerken.
  • Entwicklung und Erprobung von medienpädagogischen Formaten und Informationsmaterialien zu Sensibilisierung im Hinblick auf persuasiv-manipulative Inhalte im Internet und den kritisch-reflexiven Umgang damit.
  • Entwicklung innovativer pädagogischer Interventionsansätze im Netz, die geeignet sind, Einfluss auf ideologische Radikalisierungsprozesse zu nehmen.
  • Erprobung von Ansätzen der Verschränkung der On- und Offline-Arbeit mit einstiegsgefährdeten und/oder ideologisch radikalisierten Jugendlichen.
  • Entwicklung und Erprobung unterschiedlicher Zugangswege in geschlossenen und offenen Plattformen und Foren im Netz zur Arbeit mit einstiegsgefährdeten oder durch Radikalisierung gefährdeten Jugendlichen (z. B. Online-Streetwork).
  • Entwicklung von innovativen webbasierten Angeboten zur Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit mit politisch oder religiös begründeten radikalisierten Jugendlichen.

Mögliche Zielgruppen eines Modellprojektes können sein;

-    Kinder und Jugendliche
-    Eltern und Familienangehörige sowie weitere Bezugspersonen
-    Ehren-, neben- und hauptamtlich in der außerschulischen Jugendhilfe Tätige
-    Pädagoginnen und Pädagogen
-    Multiplikatorinnen und Multiplikatoren
-    staatliche und zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure

In der Interessenbekundung sind das gewählte Themenfeld sowie die Hauptzielgruppe des Projekts zu benennen.
Die weiteren Fördergrundsätze und -voraussetzungen sind der Förderleitlinie für „Modellprojekte zur Stärkung des Engagements im Netz – gegen Hass im Netz“ zu entnehmen. Sie finden diese hier (PDF, 513KB).

3. Fördervoraussetzungen

Gefördert werden Modellprojekte in den unter Punkt 2 benannten Themenfeldern, die sich besonderen methodischen Herausforderungen stellen, auch überregional angelegt sein können und (ko)finanziert werden müssen.

Voraussetzung für die Förderung ist der zusätzliche Nutzen und Innovationsgehalt des beantragten Vorhabens oder – unter quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten – eine erhebliche Ausweitung bisheriger Aktivitäten, die eine Einordnung als neue, noch nicht begonnene Maßnahme rechtfertigen. Bei der Weiterentwicklung eines bereits bestehenden Projektes bedeutet dies, dass der neue Projektteil gesondert von dem bereits begonnenen Projekt bestehen können muss und keine bloße Erweiterung des bereits bestehenden bzw. bereits begonnenen Projektes darstellt.

Die maximale Förderung eines Modellprojektes in den Themenfeldern beträgt 130.000 Euro pro Kalenderjahr. Eine Förderung mehrerer Projekte des gleichen Trägers in diesem Programmbereich ist ausgeschlossen.
Weitere Informationen können der Förderleitlinie entnommen werden. 

4. Verlauf Interessenbekundungs- und -bewertungsverfahren

Interessierte Träger können ihre Projektkonzepte bei der Regiestelle des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ einreichen.

Ab dem 21. April 2017 steht das zu verwendende Formular für die Interessenbekundung auf der Programm-Internetseite www.demokratie-leben.de zur Verfügung.

Folgende Anlagen sind der rechtsverbindlich unterschriebenen Interessenbekundung beizufügen:

  • Absichtserklärung zur Zusammenarbeit (Projektbeteiligte)
  • Nachweis der Erfüllung der Förderbedingungen (entsprechend Nr. 4.3 der Leitlinie zum Programmbereich "Förderung von Modellprojekten zur Stärkung des Engagements im Netz – gegen Hass im Netz "):

    • Satzung/ Gesellschaftervertrag
    • Nachweis der Eintragung ins Vereins-/ Handelsregister
    • Verzeichnis der Vorstandsmitglieder
    • Nachweis der Gemeinnützigkeit
    • Kontoverfügungsberechtigung für das Fördermittelkonto

Die Teilnahmefrist endet am 26. Mai 2017 (Posteingang Regiestelle).

Eine fachliche Bewertung der Interessenbekundungen wird durch ein unabhängiges Sachverständigengremium vorgenommen. Das Gremium setzt sich aus externen Fachleuten zusammen, die sowohl über wissenschaftliche Expertise als auch Erfahrung über die Praxis verfügen. Neben der fachlich-inhaltlichen Prüfung erfolgt eine Bewertung entlang der Förderkriterien, die in der Förderleitlinie für den Programmbereich (s.o.) aufgeführt sind. Nach einem punktebasierten Auswahlverfahren und der finalen Entscheidung werden die Teilnehmenden, deren Interessenbekundung zur Förderung ausgewählt wurde, zeitnah zur Stellung eines Förderantrages aufgefordert. Teilnehmende, deren Projektvorschlag keine Berücksichtigung finden konnte, werden zeitnah informiert.

Für Fragen und Beratung zur Interessenbekundung steht Ihnen die Regiestelle des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ wie folgt zur Verfügung (Montag – Donnerstag, 9:00 Uhr – 12.00 Uhr sowie 13:00 Uhr – 16:00 Uhr; Freitag 9:00 Uhr – 14:00 Uhr):
E-Mail
Tel.: 035773/7399-150

Die Interessenbekundung ist spätestens bis zum 26. Mai 2017 postalisch und rechtsverbindlich unterschrieben bei der Regiestelle im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben einzureichen.

Regiestelle „Demokratie leben!“
Spremberger Str. 31
02959 Schleife