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Aufruf zur Interessenbekundung

im Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“

im Programmbereich H „Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft“

in den Themenfeldern:

a)    Empowerment zur demokratischen Teilhabe
b)    Konfliktbearbeitung
c)    Vielfalt leben – Organisationen gestalten

 

1. Zielsetzung des Bundesprogramms

Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Vereine und Initiativen, die sich der Förderung von Demokratie und Vielfalt widmen, gegen Rechtsextremismus, Gewalt sowie Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit arbeiten und präventiv gegen Radikalisierung wirken. Das Bundesprogramm verfolgt dabei einen jugend- und engagementpolitischen Ansatz und zielt u. a. auf die Einbindung und Förderung von lokalen Akteuren ab, um zivilgesellschaftliche Strukturen und zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken.

2. Gegenstand der Interessenbekundung

Im Rahmen des Programmbereichs H „Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft“ des Bundesprogramms werden Modellprojekte gefördert und wissenschaftlich begleitet, die einem der drei nachfolgenden Themenfelder angehören. Antragsteller wählen ein Themenfeld, denen das geplante Modellprojekt schwerpunktmäßig zuzuordnen ist. Die Wahl mehrerer Themenfelder innerhalb eines Projektantrages ist nicht möglich.

a)    Empowerment zur demokratischen Teilhabe

Ziel der Förderung ist, marginalisierte Personen so zu stärken, dass ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben gestärkt wird. Weitere Ziele sind die Ausbildung und Stärkung von Handlungskompetenzen und -strategien, um den verschiedenen Formen der Diskriminierung auf individueller Ebene erfolgreich zu begegnen.

Mögliche Maßnahmen und Schwerpunkte sind daher:

  • Erprobung von partizipativ entwickelten Empowermentstrategien,
  • Qualifizierungsformate für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren,
  • Maßnahmen und Konzepte, die auf individueller Ebene beim Abbau von Barrieren an gesellschaftlicher Teilhabe ansetzen,
  • Stärkung einer kritischen, reflektierten Sichtweise auf Rassismus,
  • Ansätze zur Stärkung der Partizipation an gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen im lokalen Sozialraum.

Folgende Aspekte müssen in der Projektplanung für ein Empowermentprojekt enthalten sein:

  • Problembeschreibung,
  • Einbeziehung der „Betroffenen“-Perspektive,
  • Empowerment-Konzept: Aktions- und Handlungsplan,
  • Berücksichtigung von Antidiskriminierungsmaßnahmen,
  • Bezug zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Empowerment von Marginalisierten.

b)    Konfliktbearbeitung

Unter Berücksichtigung der Komplexität von Migrationsprozessen sowie damit verbundenen Lebenswirklichkeiten, sollen innovative Methoden und präventiv-pädagogische Ansätze zur demokratischen Moderation und Aushandlung von Konflikten entwickelt werden. Es sollen Maßnahmen gefördert werden, die die demokratische politische Kultur sowie die Selbstorganisation junger Menschen stärken. Außerdem sollen etablierte Formen der demokratischen Konflikt- und Problemlösung neuen Zielgruppen nahe gebracht werden, um ein Zusammenleben in Respekt und Anerkennung von Vielfalt zu stärken. Hierbei sollen auch bislang unzureichend angesprochene Zielgruppen und Milieus erreicht werden.

Hieraus ergeben sich folgende mögliche Maßnahmen und Schwerpunkte:

  • Ansätze der Konfliktlösung, die präventiv-pädagogische Aspekte berücksichtigen, für polarisierte Positionen, die teils gewaltsam aufeinander stoßen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden,
  • Maßnahmen zur Entwicklung von Handlungsstrategien, die Dialoge entlang von Konfliktlinien innerhalb der Einwanderungsgesellschaft ermöglichen und moderieren,
  • Entwicklung und Erprobung von Peer-to-Peer Ansätzen in der Konfliktbearbeitung,
  • Konzeption und Erprobung innovativer Ansätze zur Konfliktmediation, Konfliktvermeidung oder Deeskalation durch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Folgende Aspekte müssen in der Projektplanung im Bereich Konfliktbearbeitung enthalten sein:

  • Problembeschreibung und Herausarbeitung der spezifischen Herausforderungen im Sozialraum
  • Reflexion der spezifischen Ausformung der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit unter Berücksichtigung der relevanten soziokulturellen Aspekte
  • Konzept, wie insbesondere bislang unzureichend angesprochene Zielgruppen erreicht werden.

c)    Vielfalt leben – Organisationen gestalten

Ziel der Förderung ist, Organisationen mit Bezug zur Kinder- und Jugendhilfe auf ihrem Weg hin zu einer interkulturellen Öffnung zu unterstützen und die Diversität in ihren Strukturen zu stärken. Weiteres Ziel ist, Organisationen mit Bezug zur Kinder- und Jugendhilfe zu befähigen und zu bestärken, mit Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Islam- und Muslimfeindlichkeit und andere Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit umzugehen und Vorurteile in der eigenen Organisation abzubauen.

Mögliche Maßnahmen und Schwerpunkte sind daher:

  • Identifikation von Konflikten (z.B. Verteilungskämpfe, Ressourcenmangel) und kritische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Diskriminierungen in den eigenen Organisationsstrukturen
  • Umgang mit Polarisierung solcher Konflikte
  • Maßnahmen und Konzepte, die zum Abbau von Diskriminierung bei Zugängen und Übergängen innerhalb der Organisationsstruktur sowie zum Abbau von Vorurteilen und Stereotypen in der Mitarbeiterschaft beitragen
  • Maßnahmen und Konzepte, die eine nachhaltige Veränderung der Regelstrukturen in Richtung Diversifizierung anstreben
  • Verankerung des Veränderungsprozesses zur interkulturellen Öffnung, beginnend auf der Leitungsebene bis hin zur Ebene der Mitarbeiterschaft
  • Diversity-orientierte Qualifizierungsmaßnahmen für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Mitarbeitende im Kinder- und Jugendhilfebereich
  • Maßnahmen, die zur Abbildung der  Vielfalt der Einwanderungsgesellschaft in den jeweiligen (lokalen) Organisationsstrukturen beitragen

Folgende Aspekte müssen in der Projektplanung für den Veränderungsprozess enthalten sein:

  • Reflexion und Bestandsaufnahme als Status-Quo Analyse der Organisation
  • Auseinandersetzung mit Vorurteilsstrukturen, Diskriminierung sowie die Abbildung von Vielfalt in den eigenen Strukturen
  • Problembeschreibung
  • Vielfalt-Konzept: Aktions- und Handlungsplan
  • Verankerung konkreter Maßnahmen
  • Berücksichtigung von Antidiskriminierungsmaßnahmen
  • Bezug zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur interkulturellen Öffnung von Organisationen

In der Interessenbekundung sind das gewählte Themenfeld sowie die Hauptzielgruppe des Projekts zu benennen.
Die weiteren Fördergrundsätze und -voraussetzungen sind den Förderleitlinien für Modellprojekte zum Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft zu entnehmen.

  • Für die Themenfelder „Empowerment zur demokratischen Teilhabe“ und „Konfliktbearbeitung“ finden Sie die Leitlinie H1 hier (PDF, 400 KB).
  • Für das Themenfeld „Vielfalt leben – Organisationen gestalten“ finden Sie die Leitlinie H2 hier (PDF, 347 KB).

3. Fördervoraussetzungen

Gefördert werden Modellprojekte in dem unter Punkt 2 benannten Themenfeld, die sich der besonderen methodischen Herausforderungen stellen, auch überregional angelegt sein können und finanziert werden müssen.

Voraussetzung für die Förderung ist der zusätzliche Nutzen und Innovationsgehalt des beantragten Vorhabens oder – unter quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten – eine erhebliche Ausweitung bisheriger Aktivitäten, die eine Einordnung als neue, noch nicht begonnene Maßnahme rechtfertigen. Bei der Weiterentwicklung eines bereits bestehenden Projektes bedeutet dies, dass der neue Projektteil gesondert von dem bereits begonnenen Projekt bestehen können muss und keine bloße Erweiterung des bereits bestehenden bzw. bereits begonnenen Projektes darstellt.

Die maximale Förderung eines Modellprojektes in den Themenfeldern a) und b) beträgt 130.000 Euro pro Kalenderjahr, im Themenfeld c) bis zu 250.000 Euro pro Kalenderjahr.
Eine Förderung mehrerer Projekte des gleichen Trägers in diesem Programmbereich ist ausgeschlossen.

Weitere Informationen können den Förderleitlinien entnommen werden. 

4. Verlauf Interessenbekundungs- und -bewertungsverfahren

Interessierte Träger können ihre Projektkonzepte bei der Regiestelle des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ einreichen.

Ab dem 8. Mai 2017 steht das zu verwendende Formular für die Interessenbekundung auf der Programm-Internetseite www.demokratie-leben.de zur Verfügung.

Hinweis: Wir empfehlen das Dokument nicht direkt im Browser zu öffnen, sondern zunächst herunter zu laden (Rechts-Klick auf das Dokument →  Speichern unter → speichern) und dann zu öffnen.

Folgende Anlagen sind der rechtsverbindlich unterschriebenen Interessenbekundung beizufügen:

  • Absichtserklärung zur Zusammenarbeit (Projektbeteiligte)
  • Fachliches Votum durch Bund (andere Bundesbehörde) / Land / Kommune / Gemeinde
  • Nachweis der Erfüllung der Förderbedingungen (entsprechend Nr. 4.3 der Leitlinie zum Programmbereich "Förderung von Modellprojekten zur Stärkung des Engagements im Netz – gegen Hass im Netz "):

    • Satzung/ Gesellschaftervertrag
    • Nachweis der Eintragung ins Vereins-/ Handelsregister
    • Verzeichnis der Vorstandsmitglieder
    • Nachweis der Gemeinnützigkeit
    • Kontoverfügungsberechtigung für das Fördermittelkonto

Die Teilnahmefrist endet am 2. Juni 2017 (Posteingang Regiestelle).

Eine fachliche Bewertung der Interessenbekundungen wird durch ein unabhängiges Sachverständigengremium vorgenommen. Das Gremium setzt sich aus externen Fachleuten zusammen, die sowohl über wissenschaftliche Expertise als auch Erfahrung über die Praxis verfügen. Neben der fachlich-inhaltlichen Prüfung erfolgt eine Bewertung entlang der Förderkriterien, die in der Förderleitlinie für den Programmbereich (s.o.) aufgeführt sind. Nach einem punktebasierten Auswahlverfahren und der finalen Entscheidung werden die Teilnehmenden, deren Interessenbekundung zur Förderung ausgewählt wurde, zeitnah zur Stellung eines Förderantrages aufgefordert. Teilnehmende, deren Projektvorschlag keine Berücksichtigung finden konnte, werden zeitnah informiert.

Für Fragen und Beratung zur Interessenbekundung steht Ihnen die Regiestelle des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ wie folgt zur Verfügung (Montag – Donnerstag, 9:00 Uhr – 12.00 Uhr sowie 13:00 Uhr – 16:00 Uhr; Freitag 9:00 Uhr – 14:00 Uhr):
E-Mail
Tel.: 035773/7399-150

Die Interessenbekundung ist spätestens bis zum 2. Juni 2017 postalisch und rechtsverbindlich unterschrieben bei der Regiestelle im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben einzureichen.

Regiestelle „Demokratie leben!“
Spremberger Str. 31
02959 Schleife