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Bewerbung für Sachverständigentätigkeit noch bis zum 26.03. möglich

22.03.2017

Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ werden unabhängige Sachverständige gesucht, die als Fachleute die eingereichten Interessenbekundungen begutachten und damit die Auswahl von geeigneten Projektvorhaben unterstützen. Die Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem nachstehenden Ausschreibungstext.

1. Zielsetzung des Bundesprogramms

Das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ will ziviles Engagement und demokratisches Verhalten auf der kommunalen, regionalen und überregionalen Ebene fördern. Vereine, Projekte und Initiativen werden unterstützt, die sich der Förderung von Demokratie und Vielfalt widmen und insbesondere gegen Rechtsextremismus und Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wie z.B. Antisemitismus und Islamfeindlichkeit arbeiten. Darüber hinaus können auch andere Formen von Demokratiefeindlichkeit und Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie politischer bzw. religiös motivierter Radikalisierung Gegenstand präventiver Arbeit und damit Gegenstand der Förderung durch das Bundesprogramm sein.

Mit der Förderung von Modellprojekten möchte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die Entwicklung und Erprobung von innovativen Ansätzen und Methoden in der präventiv-pädagogische Arbeit vorantreiben. Bestehende Ansätze sollen überprüft und auf aktuelle Entwicklungen und Rahmenbedingungen angepasst werden. Ziel ist es, vor allem die pädagogische Praxis in der Kinder- und Jugendarbeit weiterzuentwickeln. Im Rahmen eines vierten Interessenbekundungsverfahrens ist die Förderung von Modellprojekten zur Radikalisierungsprävention in den Themenfeldern

  • Rechtsextreme Orientierungen und Handlungen,
  • Islamistische Orientierungen und Handlungen sowie
  • Linke Militanz

vorgesehen.

Die Vergabe der Mittel erfolgt in einem Auswahlprozess nach einem Interessenbekundungsverfahren auf der Grundlage der Leitlinie des Programmbereichs. Zur Mitwirkung am Auswahlprozess für die Modellprojekte in den benannten Themenfeldern besetzt die Regiestelle beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ein beratendes Expertengremium.

Dafür werden

unabhängige Sachverständige

gesucht, die als Fachleute die eingereichten Interessenbekundungen in den benannten Themenfeldern begutachten und damit die Auswahl von geeigneten Projektvorhaben im Feld der Radikalisierungsprävention unterstützen.

2. Gegenstand der Interessenbekundung

Programmbereich E: Förderung von Modellprojekten zur Radikalisierungsprävention

Modellprojekte sind zeitlich begrenzte Projekte, deren Ergebnisse auf andere Träger oder Förderbereiche übertragbar sein sollen. Sie sollen an dringenden Fragen und Problemen ansetzen, neue und innovative Ansätze ausprobieren, wirkungsorientiert geplant und umgesetzt werden und partizipativ gestaltet sein.

Die ausgeschriebenen Themenfelder sind:

a) Themenfeld „Rechtsextremismus“:
    Schwerpunkte:

  1. Zugänge zu Jugendlichen mit Affinitäten zu Diskursen und Gruppen der „Neuen Rechtsextremen“
  2. Pädagogische Arbeit mit Ansätzen zur Online-Offline-Verschränkung
  3. Ansätze der Verschränkung von sozialpädagogischen Zugängen mit  politischer Bildungsarbeit
  4. Neue Ansätze der Arbeit mit rechtsextrem gefährdeten bzw. orientierten Jugendlichen in deren selbstgewählten Vergemeinschaftungs- und Freizeitkontexten
  5. Ansätze zur Bearbeitung milieuspezifischer ultranationalistischer Haltungen und Handlungen
  6. Erprobungen von Transferstrategien


b) Themenfeld „Islamistische Orientierungen und Handlungen“:
     Schwerpunkte:

  1. Zugänge zu Jugendkulturen mit Affinität zu demokratiefeindlichen, gewaltorientierten islamistischen Ideologien
  2. Zugänge in der Distanzierungsarbeit über innovative Kooperationsmodelle
  3. Unterstützung muslimischer Milieus und Gemeinden im Umgang mit demokratiefeindlicher islamistischer Radikalisierung
  4. Pädagogische Arbeit mit Ansätzen zur Online-Offline-Verschränkung
  5. Peer-Group -Ansätze


c) Themenfeld „Linke Militanz“:
    Schwerpunkte:

  1. Qualifizierungsformate für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit nachgewiesenen Szenezugängen
  2. Ansätze der Konfliktmediation
  3. Peer-Group -Ansätze
  4. Bearbeitung von ausgewählten Themen innerhalb linksmilitanter Diskurse und Gruppen

Aufgabenfeld als Sachverständige:

Sie verfassen schriftliche Bewertungen einzelner oder mehrerer Interessenbekundungen als externe/r Sachverständige/r auf der Grundlage der Leitlinie des Programmbereichs und dazugehöriger Unterlagen für die eingereichten Modellprojekte in den benannten Themenfeldern.

Voraussetzungen:

  • sehr gute Kenntnisse der Gesamtthematik, die dem Bundesprogramm zugrunde liegt sowie den jeweiligen Unterthemen des Bundesprogramms (Inhalte, Gesamtzielsetzungen, aktuelle Entwicklungen der Programmbereiche);
  • eingehende praktische Kompetenzen und mehrjährige Erfahrungen in den Themenfeldern des Bundesprogramms;
  • umfassendes praktisches und/oder wissenschaftliches Fach- und Hintergrundwissen zum Programmbereich E sowie den jeweiligen Themenfeldern des Programmbereichs;
  • eigenverantwortliche und unabhängige Bewertung ohne Vertretung einer Institution/ Organisation/Unternehmung;
  • qualifizierte inhaltlich-fachliche Beurteilung der Projektkonzepte u. a. durch Berücksichtigung präventiv-pädagogischer Gesichtspunkte und fachlicher Standards im Arbeits- und Themenfeld;
  • qualifizierte Beurteilung der vorgelegten Kosten- und Finanzierungspläne u. a. durch Berücksichtigung der zuwendungsrechtlichen Grundlagen (BHO), der Richtlinien für den Kinder- und Jugendplan des Bundes (RL-KJP) und der geltenden Programmleitlinien;
  • keine persönliche Beteiligung an Projektangeboten, die im Rahmen einer Interessensbekundung eingereicht wurden, auch nicht als Kooperationspartner/-in.

Die  Sachverständigentätigkeit wird mit 70,00 Euro pro Gutachten (brutto) auf der Grundlage eines Honorarvertrages vergütet.

Einsendeschluss der Bewerbung um eine Sachverständigentätigkeit ist der 26.03.2017 (Poststempel).

Die Bewerbung, erfolgt auf dem dafür bereitgestellten Formular und ist zu senden an:

Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
Referat 304 / Regiestelle „Demokratie leben!“
Spremberger Str. 31
02959 Schleife

Für Rückfragen zum Sachverständigenverfahren wenden Sie sich bitte an:

Nina Conrad
Tel.: 035773/7399118
E-Mail: nina.conrad(at)bafza.bund.de

Die Auswahl der Sachverständigen wird in Abstimmung mit dem BMFSFJ vorgenommen.
Voraussichtlich wird am 31.03.2017 von 13.00 – 16.00 Uhr in Berlin ein Treffen zur Einführung in die Sachverständigentätigkeit für alle Sachverständige stattfinden.

Bewerbungsformular und weitere Dokumente:

Bewerbungsformular
Vorlage Lebenslauf
Leitfaden für den Programmbereich E